Ein Spaziergang in Mailand ...

Mailand ist eine rund angelegte Stadt. Mit einem guten Orientierungssinn kann man sich vielleicht verlaufen, aber nicht verfahren. Drei kreisförmig angelegte Umgehungsstraßen umringen das eigentliche Zentrum. Im Auto muss man nur beachten, dass alle Straßen sternförmig dorthin führen. Der Mittelpunkt dieser Stadt ist immer noch der Dom. Weltweit das imposanteste Beispiel an gotischer Baukunst. Seine riesigen Ausmaße beeindrucken den Besucher nicht nur im Inneren. Wer die Höhe nicht scheut, kann mit dem Aufzug auf sein Dach hochfahren bis zur „Madonnina“-Statue. Wer nicht so schwindelfrei ist braucht nur einen Kaffee - pardon: Espresso - auf der Dachterrasse der Rinascente, des größten und luxuriösten Kaufhauses der Stadt, trinken. Sie befindet sich auf der gleichen Höhe wie die Domterrasse, man kann sehr gut hinüberschauen. Noch bis vor zehn Jahren gab es in Mailand ein städtisches Gesetz, nach dem kein Gebäude die Skulptur der „Madonnina“ übertreffen sollte. Fährt man heute von der Nordautobahn, aus Como oder Varese, in die Stadt, wird man von einer Skyline empfangen, die mit Frankfurt am Main oder gar New York konkurrieren könnte. Auf dem alten Messegelände haben im letzten Jahrzehnt einige Architekten ihre kühnsten Wolkenkratzer-Fantasien ausleben dürfen. Mittlerweile hat sich das größte Gebäude Italiens seinen Platz dort erobert: der Isozaki-Turm. Nach seinem Architekten genannt, stolze 50 Stockwerke hoch. Wir bleiben aber noch eine Weile im Stadtzentrum. Wenn man vor dem Dom steht, liegt auf der rechten Seite die Diakonie mit ihrem Museum und daneben der Palazzo Reale. Dort gibt es ebenfalls immer wieder interessante und laufend wechselnde Ausstellungen. Auf dieser Seite bleibend kann man durch die Arkaden hindurch vorlaufen bis zur via Torino. Gleich ein paar Meter weiter, auf dem linken Gehsteig steht fast täglich ein Blumenhändler. Dahinter öffnet sich eine Nische. Hinter dem Zaun befindet sich eines der sehenswürdigsten Kleinode dieser Stadt, die nur wenige kennen. In der Kirche Santa Maria presso San Satiro hat der berühmte Architekt Donato Bramante einen Altar gebaut, dessen Apside eine Perspektive bekommen hat mit der sie die kleine Kapelle groß wie eine Kathedrale erscheinen lässt. Bramante hatte im 15. Jh. in Mailand gearbeitet bevor er wieder in Rom die Peterskirche in Angriff nahm, aber leider nicht mehr fertig stellen konnte. Noch ein paar Meter weiter in die via Torino hinein, geht es rechts um ein großes Schmuckgeschäft herum in die via Spadari. Dort befindet sich der schickste und meist frequentierte Selfservice der Stadt. Allein der gewölbte Raum mit seiner felsartigen Steinverkleidung ist sehenswert. Ebenso sein uriger alter Holzbackofen im Hintergrund. Man kann auch nur Brot und Gebäck bei „princi“ kaufen. Man kann aber auch sehr gut essen. Die Mailänder Börse und das Bankenviertel liegen hier in der Nähe. Deshalb ist es zur Mittagszeit - das ist hier gegen 13 Uhr - ziemlich voll... ...guten Appetit und morgen geht es weiter ...

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