Ein Spaziergang in Mailand ... Teil 2

Etwas weiter vorne ist der Feinkostsupermarkt Peck, mit Käfer oder Dallmayr in München zu vergleichen. Hier bekommt man wirklich alles vom Feinsten. Bleibt man auf der rechten Seite und überquert die via Orefice kann man durch eine schmale Öffnung links hinter der Tramhaltestelle, vorbei am Tabakladen, auf den ältesten Marktplatz der Stadt gelangen. Er steht unter Denkmalschutz. Ein paar Banken haben die historischen Gebäude aus dem 16. Jh. erhalten. Unter dem Dach gibt es im Dezember einen traditionellen Weihnachtsmarkt.

 

Einmal über den Platz geschritten, gelangt man in eine Fußgängerzone, die rechts wieder zum Domplatz führt. Unter den Arkaden auf der linken Seite lockt die „Galleria Vittorio Emanuele“, auch das „Wohnzimmer“ der Stadt genannt: „il salotto“. Allein der Mosaikfußboden ist sehenswert. Millionen von Touristen haben ihn noch nicht abnutzen können. Auch nicht den Hoden des Stieres, auf dem jeder, aber auch jeder, herumtanzen muss und meint, sich damit persönliches Glück zu verschaffen.

 

Der Jugendstil ist überall erkennbar. Nicht nur in der riesigen Glaskuppel über der Mitte der kreuzförmig angelegten vier Galerien. Einst war das „Savini“ im rechten Flügel das vornehmste Restaurant der Stadt...bis in die 1980er...

 

Wer Lust auf Boutiquen und Kaufhäuser hat kann wieder aus der Galleria hinaus, an der Rinascente vorbei (oder erst einmal rein: besonders im 6. Stock gibt es eine überraschende Gourmetabteilung) und den Corso Vittorio Emanuele hinunter bis zum piazza San Babila laufen. Dort biegt er dann links in die via Monte Napoleone ein und ist im Shopping-Paradies des Quadrilatero: Kleine Nebenstraßen wie die via Sant’Andrea oder via Gesù verbinden die via Montenapo mit der via della Spiga. Ein rauschendes Erlebnis für Brandfetischisten. Von dort kommt man wieder auf die via Manzoni...

 

Aber wer die Stadt sehen möchte, durchquert die Galleria, vom Domplatz gerade durch und steht auf dem Piazza della Scala.

 

Das rechte Gebäude ist das historische Rathaus. Dreht man sich nach links steht man vor dem weltberühmten Teatro della Scala. Je nach Uhrzeit, kann man es auch ohne Aufführung besichtigen. Auf seiner linken Seite, noch vor den Arkaden kommt man ins Museum oder öffnet die nächste Tür und befindet sich in dem sehr interessanten Scala-Shop. Klassikerfreunde können hier unauffindbare Raritäten erwerben.

 

Draußen auf dem Platz steht in unübersehbarer, zentraler Position eine ehrwürdige Statue, die Leonardo da Vinci darstellt. Ohne Mühe kann man von diesem Platz aus einen Blick auf die via Manzoni werfen. Die einzige verhältnismäßig große Straße in Mailand, auf der die Autos noch das klappernde Kopfsteinpflaster befahren. Dementsprechend laut geht es dort auch zu. Bei jedem Blick in diese Straße kommt mir eine historische Anekdote in Erinnerung, die hier nicht vergessen werden soll:

 

In der Mitte der via Manzoni, gleich gegenüber der via Montenapoleone, liegt das Grand Hotel et des Milan. Dort verbrachte der große Giuseppe Verdi seine letzten Tage. Damit der damals regelrecht vergötterte Opernkomponist die nötige Ruhe in seiner Agonie hatte, wurde das Kopfsteinpflaster der ganzen Straße mit einer dichten Strohdecke abgedeck,. damit der Maestro nicht von den trabenden Hufen der Pferdekutschen gestört wurde. Eine Hommage der Stadt, die in Erinnerung bleiben wird.

 

Genug von Brandboutiquen und Juwelieren, gleich neben der Scala lohnt es sich in die via Verdi einzutreten, bei der Ampel immer gerade ausgehen, in den schwülheißen Sommern den Schatten genießen und bis vor zur Pinakothek laufen.

 

... nach einer kleinen Verschnaufpause geht es morgen weiter ...

 

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