Kostenlos - ein sirenenhafter Lockruf ....

Irgendwo wird uns irgendwann immer etwas angeboten – kostenlos!

 

In meiner Erfahrung habe ich selten etwas wirklich kostenlos von irgendjemand wo-auch-immer erhalten. Kostenlos ist ein wunderschönes Wort. Es klingt wie leise schmeichelnde Glöckchen in den Ohren. Sirenenhaft soll es uns in die Falle locken.

 

Es beginnt schon mit kostenlosen Proben bei Bäcker, Metzger und Co. Sobald man das Häppchen im Mund hat, wird die Ware feil geboten und der Kauf soll bitteschön gleich folgen.

 

Seit einiger Zeit schwirren im Internet unzählige, aber auch unglaubliche Gutscheine von allen möglichen und beliebten Firmen. Es sind immer 500 Euro, die man ... kostenlos! ... erhält. Der Empfänger bekommt nicht die Möglichkeit, diese Summe bei der genannten Firma auszugeben, dafür aber einen echten Virus in seinen Computer...

 

Oft werden Bücher, Kosmetikproben und was auch immer, kostenlos angeboten. Eine kleine, scheinbar unbedeutende Gegenleistung wird jedoch gefordert. Meist sind es Adressen und Telefonnummern. Persönliche Daten, die eigentlich reserviert bleiben sollen. Doch bald bekommt man weitere Angebote (nicht mehr kostenlos!) per Mail oder Telefon von Firmen, die man nicht einmal vom Namen her kennt. Das Postfach ist schneller voll als man eine Seite umblättert. Man könnte die unerwünschten Mails abbestellen, als Spam abzeichnen, ignorieren. Aber, warum muss ich mich mit Absendern befassen, die mich eigentlich überhaupt nicht interessieren? Nur, weil ich irgendetwas kostenlos angenommen habe?

 

Im Grunde war es aber schon immer so. Nur etwas dezenter. Es gehörte zu einem guten Benehmen, ein Geschenk mit einer Gegengabe zu honorieren. Somit ist nicht einmal ein harmloses Geburtstagsgeschenk ... kostenlos. Der Schenker erwartet eine entsprechende Gegengeste, spätestens an seinem eigenen Jahrestag.

 

In Südeuropa geht das sogar noch einen Schritt weiter. Bekommt man von seinem Nachbarn einen Teller Obst, Kuchen oder sonst irgendetwas Leckeres zum Probieren, sollte man den Teller nicht leer zurückgeben. Und wenn es nur ein paar Blumen aus dem eigenen Garten sind...

 

Dieser Brauch wiederum ist sehr angenehm, verbindet die nachbarschaftlichen Beziehungen und unterstützt ein gegenseitiges Wohlgefühl.

 

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