Versteck dich und ich lerne dich kennen

Auf Facebook verstecken sich die User gerne hinter Symbolen oder Masken oder Sonnenbrillen, wenn sie sich nicht von weitem ganz entfernt fotografieren lassen. Selten kann man ihnen klar und deutlich in die Augen sehen. Das führt dazu, dass man vorurteilslos den Menschen kennenlernt. Unbewusst nimmt man zuerst seine Persönlichkeit wahr. Man entdeckt seine Gewohnheiten und Vorlieben. Man versucht, seine Gefühle zu verstehen. Einige lassen sich bis in die Seele schauen. Andere geben sich nur professionell zu erkennen.

Jedoch, der physische Aspekt bleibt hinter dem Vorwand. Man wird nicht von der Ästhetik abgelenkt. Es geht nur um den Geist dieses Menschen, um seine Gefühle und seine Empfindungen. Unvoreingenommen kann man sich ein Bild von seinem Charakter gestalten. Der äußere Eindruck, oft eine Hürde während einer persönlichen Begegnung, beeinflusst somit nicht die eigene Meinung. Man bildet sich ein, diesen Menschen ohne figürliche Einflüsse beurteilen zu können.

Irgendwann, vielleicht nur für eine kurze Zeit, ein flüchtiges Bild huscht wie ein Geist über den Monitor. Die äußere Hülle stellt sich den „Freunden“, der „Öffentlichkeit“.

So siehst du also aus! Doch kaum hat man den Gedanken zu Ende gedacht, wird das Bild schon wieder mit einem Tier, einem Symbol, einer Maske ausgetauscht.

Auf der einen Seite ist man neugierig auf den physischen Aspekt. Will alles kennenlernen, nicht nur den Geist, den Charakter. Andererseits lässt man sich gerne von einem körperlichen Anblick blenden. Gerade deshalb ist es Facebook eine interessante Schule, erst einmal den Menschen von innen kennenlernen zu wollen, bevor man sich von Äußerlichkeiten jeglicher Art beeinflussen lässt.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0