Ein herbstlicher Rückzug zur Vorbeugung des Winterblues

Die Gedanken schwelgen lassen. Die Welt bleibt draußen. Sie braucht mal wieder eine gründliche Wäsche, mit all dem Regen und dem Wind, die dazu gehören. Drinnen wird es kuschelig. Kerzen verbreiten duftende Gemütlichkeit. Die Getränke werden wärmer und süßer. Kuchen und Plätzchen backen sich bald wieder im eigenen Ofen.

Ein Buch kurbelt das Kopfkino an. Die Fantasie ist neuerdings gesellschaftsfähig. Ein paar Seiten lesen. In Gedanken noch einmal die Szene nachvollziehen. Die Wörter auf der Zunge zergehen lassen. Langsamer lesen, damit der Genuss nicht zu kurz kommt. Einen Satz vielleicht auch mal wiederholen, damit er sich irgendwo im Gedächtnis festhalten kann. Es war doch so schön, es wird noch besser. Wie geht die Story zu Ende? Bedenkenlos weiter lesen. Kaffee oder Tee oder heiße Schokolade ist noch vorhanden. Die Zeit wird einfach genommen.

Eiligere scrollen im Internet. Ein Text erweckt die Neugier, daraus wächst das Interesse. Neue Ideen werden geistig durchgearbeitet. Sie verwandeln sich schnell zu eigenen Konzepten. Warum nicht einmal darüber nachdenken? Etwas Neues annehmen und ausprobieren?

Draußen bleibt es dunkel und schaurig. Drinnen scheinen Kerzen und Kaminfeuer. Die Seele lässt dann gerne ihre Türen offen, damit viel Wärme und Licht den Weg zu ihr finden.  Draußen bleibt die düstere Stimmung, drinnen gibt es neue Gäste. Der Enthusiasmus ist angekommen. Er bringt gleich noch die nötige Energie mit. Und – schwupps - wird in diesen Mußestunden ein neuer Entschluss geboren. Der Entwurf formt sich zu einem realisierbaren Bild und die Vorstellung kann auf einmal durchgeführt werden.

Die Macht der Buchstaben hat gesiegt. Die klimatischen Monster können sich noch so aufregen und austoben und angreifen. Wir bleiben ruhig und kuscheln uns noch ein bisschen mehr in die weiche Decke. Das Buch, der Text, die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende gelesen, gedacht, geträumt, erfunden ...

 

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