Lassen wir uns vom Fanatismus die Kraft der Hoffnung nehmen?

Foto: Benjamin Edelstein
Foto: Benjamin Edelstein

Vielleicht bin ich schon zu alt für diese Zeit, in der wir seit Jahren leben. Mein Benehmen und meine Lebenseinstellung haben sich in dieser schnelllebigen Ära überworfen. In der es kaum noch Respekt gibt für nichts und niemanden. Nicht einmal für den Glauben oder die Gefühle eines Menschen. In Paris wurde eine weltweit verbreitete Religion geschmacklos provoziert. Ich möchte nicht recherchieren, welcher Religion die „Satiriker“ angehört hatten. Im Grunde spielt das keine Rolle. Es gibt Grenzen, die einfach bestehen bleiben sollten. Und dazu gehören der Respekt und die Toleranz für die Vielfältigkeit der Völker auf diesem Planeten.

Täglich wird in allen Sparten zur Toleranz aufgerufen. Antirassismus ist angesagt. Je mehr Menschen sich auf diesem Planeten ansammeln, desto schlimmer wird es. Die verhängnisvollste Seuche ist nicht Ebola, noch Aids, sondern der Fanatismus!

Den gibt es, seit Menschen sich auf dieser Erde tummeln. Er ist nicht auszurotten, seine Anhänger sind unerschütterlich in ihren Idealen und natürlich selbstlos, daher umso gefährlicher. Wer sein eigenes Leben nicht respektiert, kann sehr schnell mit skrupelloser Gewalt seine Maßstäbe setzen wollen. Es handelt sich dabei immer und überall um eine Minderheit im Vergleich zum „Rest der Menschheit“. Jedoch sind ihre Überzeugungen so felsenfest in ihren Köpfen eingehauen, dass sie radikal und exaltierend jeglichen Widerstand niederschlagen. Sie verbreiten Terror und Panik, lassen jede Demokratie chaotisch bröckeln.

Nicht nur seit dem 11. September 2001 versucht der „Rest der Menschheit“ sich zu verteidigen. Aber Panik generiert Gewalt. Der Frieden bleibt gestört. Noch sind nicht alle Länder dieser Erde im Kriegszustand. Wenigstens offiziell. Ist es nicht schon ein Kriegszustand, wenn Tausende von Polizisten schwerbewaffnet Demonstranten „begleiten“? Ausschreitungen nennt man es noch. Es sind Ausnahmen, die mitten in einer Demokratie geschehen. Sind es noch Ausnahmen?

Mittlerweile gibt es in Deutschland Städte, in denen regelmäßig am gleichen Wochentag gegen Gewalt und Terror demonstriert wird. Diese Menschen wollen ihren Frieden verteidigen. Sie wollen ihre Freiheit nicht aufgeben. Sie wollen ihre Kinder nicht mit der Angst aufwachsen lassen, die in vielen anderen Ländern herrscht.

Es wäre an der Zeit, dass die Menschen ihre Gleichgültigkeit verlieren und sich ihren Angreifern stellen. Die Zeiten, in denen Einzelne viel zu viel erreichen konnten, müssen vorbei sein. Wenn alle friedliebenden Menschen, egal welcher Rasse sie angehören und welcher Religion sie folgen, sich zusammentun und eine Mauer bilden gegen die fanatischen Eiferer, vielleicht gibt es dann noch einen Funken Hoffnung für uns alle. Dazu gehört aber auch die vorurteilsfreie Aufgeschlossenheit, mit der wir uns untereinander begegnen sollten.

 

 

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