Der Vollmond setzt starke Energien und Inspiration frei ...

Ich stehe unter einem Baum. Hinter mir die Wüste der Vergangenheit. Vor mir das Meer der Zukunft. Darüber scheint der Mond. Nicht die Sonne. Der Mond herrscht über den Geist. Er treibt das Blut an, schneller durch die Venen zu rasen. Er bläst den Sauerstoff durch alle Leitungen. Die Odyssee der Nerven kann beginnen.

Gedanken quälen sich schleppend auf dem Memory Lane. Alles scheint in der Wüste vertrocknet zu sein. Keine Tür öffnet die Erinnerung. Verschlossen bleiben die Kanäle. Stumm schreit die Verzweiflung. Der Kopf schmerzt. Diese Anstrengung hält er nicht mehr lange aus. Im Gehirn scheint sich ein Gewitter abzuspielen. Blitze ziehen ihre Ströme mit sich. Ein unsichtbarer Hammer trifft immer neue Stellen. Mal ist es der Hinterkopf, mal regt sich die Stirn. Dann klopft es wieder auf dem Scheitel. Am Ende springt das dumpfe Werkzeug noch einmal überall hin. Kein Gedanke wagt sich in die Vernunft. Es ist zu gefährlich.

Der Mond lacht sich eins ins Fäustchen (obwohl er das nicht hat). Je mehr Unruhe er anstiftet, desto mehr bläst er sich auf. Dominierend frohlockt er aus seiner privilegierten Position. Er schüttelt sich vor Lachen und wird ganz rot dabei. Sein Umfang scheint langsam aus den Fugen zu geraten. Aufgedunsen nimmt er seinen Lauf. Die Unrast hat ihm seine Bahn geebnet. Der Himmel genügt ihm nicht mehr. Er nähert sich der Erde. Die Menschen drehen durch. Rastlosigkeit und Wahn treiben viele hilflos in unbegreifliche Unfälle, andere verbringen unerklärliche Missetaten. Keiner kann sich wehren.

Erst, wenn der Mond sich ausgetobt hat. Erst dann verlässt ihn seine ungesunde Energie. Sein Hof wird geringer. Er verliert an Kraft. Sein Angesicht beginnt zu verblassen. Er zieht sich langsam wieder zurück. Die Menschen atmen auf. Die Vernunft kann wieder unsere Gedanken leiten.

Mit einem mutigen Sprung ins kühle Meer der Zukunft blüht die Hoffnung auf und bringt uns den Mut zurück.

 

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