Der Mond - sein Artikel ist der größte Rechtschreibfehler in der deutschen Sprache

Wir hatten und haben schon wieder einmal Vollmond. ER ist immer noch sehr rund und sehr mächtig. Grell blendend steht ER am eiskalten Nachthimmel. Sein Einfluss auf unsere Träume, auf unseren Geist bleibt hartnäckig bestehen.

Wenn ich nachts aufwache, vor Angst die Augen aufreiße, weil der Albtraum mich aus dem Schlaf gerissen hat, dann verfluche ich IHN, den Mond, weil er mich so richtig schadenfroh angrinst. Sein Licht leuchtet schrill in der Dunkelheit. Es scheint mir, als ob er schallend lacht über mich und meine Albträume und die daraus entstandenen Ängste, die doch völlig irreal sind.

Dennoch kann ich IHN nicht verfluchen. Für mich ist DER Mond weiblich. In allen südeuropäischen Sprachen und selbst in Frankreich ist DER Mond = LA Luna, LA Lune. So ist ER für mich ein zickiges Weib, das es auf uns abgesehen hat. Wie sonst könnte es sein, dass wir lunatico sind, wenn wir uns all zu launisch benehmen. Man könnte dieses Wort mit mondsüchtig übersetzen. Die Medizin kennt auch den Begriff Lunatismus für Mondsüchtigkeit.

SIE spielt mit uns, bestimmt den Rhythmus in Haus und Garten und Feld und auch in unserem Geist. SIE dringt in unsere Seele und wälzt sie um, wie es IHR beliebt.

Mit dem Mond erklären wir das Unerklärliche. Absurde Unfälle. Irrationale Handlungen. Widersprüche und Inkonsequenzen und verlorene Ziele. All das passiert oft und gerne an den Tagen vor, während und nach dem Vollmond. Da kann es sehr böse zugehen. Versprechen werden gebrochen. Pläne werden verworfen. Die Verzweiflung treibt sich in den Seelen herum. Sie ist eine Verbündete des Mondes.

Und damit beweise ich die Weiblichkeit dieses Planeten. DIE Verzweiflung – DIE Melancholie – DIE Depression. Da sind sich die meisten Sprachen wieder einig. Alle haben einen weiblichen Artikel. Diese Liste könnte sich noch verlängern: DIE Eifersucht – DIE Wut – DIE Angst. All diese Verbündeten bestärken sich während des Vollmondes, dringen in uns ein, quälen unsere Nerven und versuchen, uns nur Negatives einzureden. An diesen Tagen muss man ganz schön stark sein oder sehr gute Freunde haben, um diesem Angriff standzuhalten.

Manchmal bemerken wir es gar nicht. Eine nervöse Antwort, ohne jeglichen Grund. Ein scharfes Wort, ohne den geringsten Anlass. Wem ist das nicht schon einmal passiert. Werden wir darauf hingewiesen und bekommen wir die Kurve zur Besinnung, dann sollten wir mal kurz ein Auge auf den Kalender werfen. Oder den Nachthimmel beobachten, falls die Wolken es erlauben. DIE Wolke(n) ...

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