Pfingsten und der Heilige Geist

MJ Todd
MJ Todd

Pfingsten bietet wieder ein langes Wochenende. Freie Tage für Schüler und Berufstätige. In vielen Regionen werden sie mit alten bis uralten Bräuchen gefüllt. Pfingsten gehört laut Bibel zur Verbreitung des Heiligen Geistes. Dieser bildet die Vervollständigung der Heiligen Trinität (Vater, Sohn und Heiliger Geist).

Hören wir noch auf den Heiligen Geist, oder folgen wir nur noch dem „heutigen Geist der Zeit“, kurz „Google“ genannt? Der ist im Internet geboren und kann so gut wie alle Fragen beantworten. Ein wirklich aufgeweckter, alleskönnender „Geist der heutigen Zeit“. Nur heilig würde ich ihn nicht sprechen. Sonst wird er eitel. Das sollte verhindert werden. Er bildet sich sowieso schon ein, unersetzlich geworden zu sein.

Mit dem Heiligen Geist können wir uns nur durch Gebete nähern. Und nur mit einem tiefen Glauben und einer unerschütterlichen Geduld erhoffen wir seine Antwort. Google ist da um einiges konkreter. Seine Rückäußerungen sind ohne Verzug und gerne sehr vielzählig. Er lässt uns die höchstmögliche Auswahl an Alternativen zukommen. Man kann sich die Antwort auf seine eigenen Bedürfnisse maßschneidern.

Der Heilige Geist ist da entschieden subtiler. Seine Antwort müssen wir selbst erkennen. Im weiteren Verlauf unseres Lebens können wir zu Einsichten und Erleuchtungen kommen, die auf den Weg führen, der uns an das gewünschte Ziel bringen soll. Egal, ob wir um etwas gebeten haben oder die Lösung eines Problems ansteuern. Es wird aus unserer Seele, aus unserem Bauchgefühl oder, im besten Fall, durch unseren Verstand auf uns zukommen. Erreichen wir das Erstrebte, freuen wir uns. Je nach verlaufener Zeit und eigenem Erinnerungsvermögen danken wir mit einem entsprechenden Gebet.

Den Heiligen Geist nennen wir auch gerne „Höhere Gewalt“. Wenn etwas geschieht, dass nicht aus unserer Eigeninitiative oder der Intervention von anderen eintrifft, dann erklären wir das Vorgefallene gerne mit „höherer Gewalt“. Klingt heutzutage moderner als gleich den Heiligen Geist zu bemühen. Beide Bezeichnungen begegnen sich in derselben Definition.

Google hingegen können wir uns erklären. Seine Informationen sind von Menschenhand ins weltweite Netz eingegebene Daten, nach eigenen Regeln aufgelistet und marktgerecht durchgeschüttelt, damit wir uns gleich die für uns erfolgversprechendsten Lösungen heraussuchen können. Wir stellen eine Frage und Google bietet Antworten an.

Wir sprechen ein Gebet und warten auf eine Reaktion. Diese wollen wir in uns spüren. Der Heilige Geist soll uns erleuchten. Er soll unseren Verstand darauf hinweisen, die für uns notwendige Richtung einzuschlagen und wir am Ende glauben können, dürfen, sollen, dass unsere Gebete erhört worden sind. In diesem Fall ist der Heilige Geist eine Verbindung zwischen uns Erdbewohnern und dem höchsten aller Instanzen - Gott.

Und Pfingsten ist sein Fest, an dem wir unser Gedächtnis auffrischen und uns an seine immer noch gut funktionierenden Dienstleistungen besinnen.

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