Meine neue Falte und warum ich stolz auf sie sein kann

Vor zwei Jahren musste ich mich einer Basaliom-Operation unterziehen. Der rote Fleck auf meiner rechten Schläfe hatte sich als weißer Hautkrebs erwiesen. Nicht weiter gefährlich, aber er musste entfernt werden. So gut wie jede Frau kann nachvollziehen, was eine Narbe im Gesicht bedeutet.

Dennoch hatte ich auch einen positiven Nebeneffekt. Der Chirurg wollte meine Gesichtshaut für die Schließung des Schnittes benutzen. Also zog er mir meine Stirn glatt! Welch ein herrlicher Anblick! Ohne Botox oder andere Kunststücke! Ich war begeistert!

In der Zwischenzeit ist eine durchgehende Querfalte wieder aufgetaucht. Passiert schließlich auch nach den besten Liftings. Nichts hält ewig. Doch vor ein paar Tagen habe ich erfahren, dass gerade diese Falte meistens bei Menschen mit großem Durchhaltevermögen auftaucht. Sie würde auch verraten, dass mir Grundsätze und Regeln sehr wichtig sind. Mag sein.

Ein paar Tage vor meinem Geburtstag (schaut man sich da gründlicher im Spiegel an?) habe ich eine neue Linie in meinem Gesicht entdeckt. Sie läuft rechts von der Nasenwurzel senkrecht unter die Augenbraue. Das gute Stück hat sogar einen Namen: „Pädagogische Falte“. Sie lässt auf die Fähigkeit schließen, sich auf unterschiedliche Menschen einzustellen und verständlich zu erklären. Das kann ich bestätigen. Jetzt kann ich (vielleicht) besser mit ihr leben. Auf der linken Seite hat sie ja schon „Gesellschaft“.

Diese ganzen mehr oder weniger beruhigenden Aussagen kommen übrigens aus einem Buch: Was uns Gesichter verraten von Tatjana Strobel.

Wie meist bei diesen Sachbüchern findet man einiges, das Zustimmung oder gar Bestätigung bekommt, aber es gibt auch immer wieder etwas Gegensätzliches. Bei den Mundwinkelfalten (auch „Merkelfalten“ genannt) sehe ich eher ein Erschlaffen der Gesichtshaut, als richtige Linien. Wie dem auch sei, sie kommen oft bei Menschen vor, die an sich selbst die größten Ansprüche stellen und weiterkommen wollen. Hm, gut und schön, aber kommen Falten nicht erst ... vorsichtig berechnet ... in der zweiten Hälfte des Lebens. Laut Medien und Ratgebern sollten wir dann schon irgendwo bei uns angekommen sein...?!?

Noch interessanter wird es in Augennähe. Da befinden sich nun die allerersten Falten, denen man selbst mit der besten Pflege kaum entgehen kann. Die allseits bekannten „Krähenfüße“ zeigen nach unten. Ein Indiz für einen vorsichtigen Menschen, der Fakten und Zahlen bevorzugt. Die Lachfalten, hingegen, zeigen nach oben (?) und entsprechen einem weltoffenen, optimistischen Charakter. So, und wenn ich jetzt – wie die meisten von uns – beide Richtungen aufweisen kann?

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Kommentare: 2
  • #1

    Dermot O'Shea (Sonntag, 09 August 2015 14:37)

    "So, und wenn ich jetzt – wie die meisten von uns – beide Richtungen aufweisen kann?"

    Das, liebe Marina, sagt nur aus, dass die, ach so wichtigen Erkenntnisse, die von noch so bekannten oder bislang noch unbekannten »Experten«, wissenschaftlich und womöglich über Jahrzehnte erhoben wurden, so wichtig sind, wie das sich von der Senkrechten in die Waagerechte bewegte, oft zitierte Aufbewahrungsmittel eines, meist in östlichen Regionen der Welt zu sich genommenen Nahrungsmittels, ist. ;)

    Sorge dich nicht - lebe! :D

    Liebe Grüße Dermot

  • #2

    Светлана Петровна (Freitag, 13 November 2015 13:25)

    Марина, Вам повезло. Ваши морщины только добавляют Вам шарм