Eine Rezension mitten in der Lektüre

Es ist keine leichte Kost für laue Sommerabende. Hin und wieder muss ich anhalten. Tiefgründige Wahrheiten fordern zum Nachdenken auf. Die Grundsätze und unwiderlegbaren Gewissheiten laden zum Nachsinnen ein. Nur der eigenwillige Stil des Autors lässt mich gerne stolpern. Jedoch mag das auch einen positiven Nebeneffekt haben. Der Satz wird noch einmal gelesen, in Gedanken wird das Konzept noch einmal wiederholt und der Geist freut sich am Ende über die Konkordanz der angesprochenen Thesen.

Dietrich Nestler ist ein sehr offener Geist, der viel zulässt, aber wenig an sich ran lässt. Er bleibt in der exzellenten Position des Supervisors. Von diesem exklusiven Platz aus beobachtet er, nicht ohne konstruktive Kritik, die Begebenheiten der Realität in einem Alltag, der keine Routine billigt.

Das Buch und sein Inhalt ziehen mich an, der Stil hält mich auf unbeschreiblicher Distanz. Die ich damit überwinde, seine Abschnitte, Paragraphen, ja ganze Seiten in einem geeigneten, ruhigen Augenblick zu genießen. In unregelmäßigen Abständen. Ohne Kontinuität.

Seine Lektüre fordert einen klaren Geist, eine totale Aufnahmefähigkeit. Seine Anziehungskraft ist auf eine mystische Art fesselnd. Ich will immer wieder eintauchen in diese Sätze, die sich zwar etwas kokett winden, aber dennoch verstanden werden wollen. Deshalb werde ich die Lektüre fortsetzen. In unregelmäßigen Abständen. Ohne Kontinuität.

 Ich weiß, sie ist es wert.

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