Wie startest du am besten in den Tag?

Tolle Frage! Das schönste Wörtchen in dieser Satzstellung ist „besten“. Nicht jeden Tag kann man diese bestmögliche Form erreichen. Das Beste ist der Idealfall. Und der gehört leider nicht zur Routine des Alltags. Trotzdem ist er ein paar Gedanken wert.

Im Idealfall wache ich auf, weil mein innerer Wecker mich dazu führt. Meine innere Stimme gibt den Rhythmus an. So fällt Aufstehen viel leichter. Kein Wachrütteln durch Irgendjemanden. Kein schriller Wecker, der mich aus dem letzten Tiefschlaf holt. Keine seichte Weckmusik, die mich nur zum Weiterdösen einladen würde. Ich wache auf, weil meine innere Uhr weiß, dass es Zeit dafür ist. Im Idealfall sind sieben bis acht Stunden vergangen, seit ich mich ins Bett gelegt hatte.

Alsdann kann ich erholt und heiter ins Bad und die nötigen Schritte vollziehen. Damit auch die letzten Gehirnzellen erfahren, wie spät es ist. Falls nötig, hilft dazu ein eiskalter Wasserstrahl auf die Innenpulse meiner Arme. Überhaupt benutze ich morgens nur kaltes Wasser am Becken. Nur unter der Dusche darf es anfangs ruhig etwas wärmer sein.

Das Frühstück in vollkommener Ruhe wird mit wohltuendem Schweigen zubereitet. Nur Düfte bestimmen diese ersten morgendlichen Minuten. Der Mund kann sich mit den verschiedenen Geschmacksrichtungen beschäftigen. Auch hier wird oft improvisiert. Der Idealfall ist ein gutes Vollkornbrot mit sahnigem Frischkäse (ohne Namen nennen zu wollen) und eine gute, süßsaure Marmelade. Vorzugsweise Himbeere oder Waldfrüchte. Aktuell ist Heidelbeere bei mir angesagt. Sie soll ja bekanntlich gut sein für die Augen. Dazu einen doppelten Espresso und ein Glas Orangensaft.

Morgendliches Schweigen bringt Schwung in den Geist. Manche meditieren, ich brauche nur ein wenig Ruhe. Deshalb bin ich kein Morgenmuffel. Es geht auch anders. Wenn ich mir sonntagmorgens meine Zeitung an der Tankstelle hole, dann fahre ich gerne ans andere Ende der Stadt und kaufe dort Croissants und frische Brötchen. Wie oft wechsle ich bei dieser Gelegenheit ein paar Worte mit den Menschen, denen man – meist vor acht Uhr – um diese Zeit begegnen kann. Leere Straßen, aber Schlangen beim einzigen Bäcker, der es sich erlaubt, am Sonntagmorgen schon ab sieben Uhr zu öffnen.

 Die Zeitspanne meines Frühstücks kann sich schnell zu einer knappen Stunde ausweiten. Schließlich gehört bei mir immer noch eine Tageszeitung aus Papier dazu. Das Internet kommt später. Wichtig ist das Schweigen. Aufkommende Kommentare bleiben in meinem Kopf. Oft verschwinden sie auch schnell wieder. Sobald die Seite weitergeblättert wird und ein neuer Artikel mein Interesse in Anspruch nimmt. An den Wochentagen lese ich eine lokale Tageszeitung, damit ich über die Ereignisse und Veranstaltungen meiner nächsten Umgebung informiert bin.

Die große weite Welt suche ich mir anschließend im Internet...

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