Tipps für die Adventszeit

Für viele beginnt die schönste Zeit des Jahres. Wir nennen diese Wochen, die uns auf Weihnachten vorbereitet „Advent“.

In den deutschsprachigen Ländern wird ein Kranz aus Tannenzweigen gewunden. Darauf werden vier Kerzen gesteckt. Jeden Adventssonntag werden die Kerzen angezündet: erst eine, dann zwei, dann drei, dann vier.

Als Kind war es mir ein Vergnügen, bei meiner Großmutter die Kerzen anzuzünden, vorweihnachtliche Lieder zu singen, selbstgebackene Plätzchen zu genießen. Meine Großmutter hatte auch immer schöne Geschichten zu erzählen. Es war ein Fest, ihr jeden Sonntag zuzuhören. 

Im Laufe meines Lebens habe ich in Ländern gelebt, die diesen Brauch nicht kennen. Es gab andere. Aber eines haben alle gemeinsam. Sie denken in diesen Tagen an Geschenke. Das mag kommerzieller klingen als es in Wirklichkeit ist. Bei keinem Fest wird so intensiv nachgedacht, mit was man wem eine Freude bereiten könnte. Es geht nicht nur um Freunde und Verwandten. Es geht auch um Kunden, um Geschäftspartner, vielleicht auch um Lehrer...

Da sind wir schon auf der richtigen Spur. Zu Weihnachten denken wir gerne auch an Menschen, denen wir noch etwas schuldig sind. Die vorweihnachtliche Atmosphäre erinnert uns an Menschen, die wir im Laufe des Jahres vergessen hatten. Mit einer versöhnlichen Geste, einer handgeschriebenen Karte, einer passenden Kleinigkeit können wir uns entschuldigen, an eine Gefälligkeit erinnern, Danke sagen.

Keine Gelegenheit ist so passend wie Weihnachten. In diesen Tagen sind die Menschen aufnahmefähiger für diese netten Überraschungen. Sie warten schon lange nicht mehr auf eure Entschuldigung oder euer Dankeschön. Gerade deshalb werden sie es bewusster und intensiver zur Kenntnis nehmen.

Ich habe dich nicht vergessen!

Ich habe dir einen Teil meiner Zeit gewidmet,

um mich bei dir zu bedanken,

 zu entschuldigen,

oder

 aus irgendeinem ganz persönlichen Grund, wieder von mir hören zu lassen.

 

Lasst euch von der Werbung nicht zu viel einreden. Es gibt immer jemanden, dem es nicht so gut geht und an den wir denken sollten. Vielleicht kennt ihr sogar jemanden in eurem Umfeld, in eurer Umgebung. Dann lasst die großen Vereinen und Institutionen woanders ihre Spenden sammeln, denn: je größer diese Einrichtungen sind, desto mehr verschlucken sich die Spenden im administrativen Bereich.

Es ist einfach und praktisch, irgendeiner bekannten Institution Geld zu spenden. Jedoch bringt es viel mehr Freude, wenn ich sicher bin, dass meine Gabe auch wirklich ankommt.

  Vielleicht habt ihr schon einmal von einem kleinen Verein in eurer Umgebung gehört oder recherchiert ein wenig, wer wirklich etwas dringend nötig hätte und selbst nicht dafür sorgen kann. Falls es euch in Verlegenheit bringen sollte, weil ihr diese Menschen, oder gar Nachbarn zwar nicht persönlich, aber doch von zufälligen Begegnungen her kennt, gibt es bestimmt einen Mittelsmann, der euch dabei behilflich sein kann. Ein Pfarrer, ein Bürgermeister, ein kleiner Verein, der gerne eure Nächstenliebe weitergibt.

Die Gewissheit, jemandem etwas Gutes zu tun erfüllt auch unsere Herzen mit einem wohligen Gefühl. Das muss nicht immer kaltes Geld sein. Ein Lächeln, ein Gruß, eine nette Geste, einmal richtig zuhören, mit Rat und Tat selbst Hilfe leisten ... es gibt so viele kleine Situationen, mit denen wir größere Freude geben können als wir uns manchmal einbilden.

 

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