Raunächte - Wunder - Geister

Zwei Jahre lang habe ich versucht, jeden Abend, in der Stunde vor Mitternacht, von Heiligabend bis Heiligdreikönig, mich zu einem Spaziergang in die dunkle, kalte Winterluft zu schicken.

Ich habe vor allem den Nachthimmel beobachtet. Es gab unglaubliche Polarlichter zu sehen. Leuchtendes Weiß im schwarzen Nichts umhüllt von zartem Rosa. Es gab einen Vollmond zu bestaunen. Er war in guter Gesellschaft mit all’ seinen Abendsternen, die ihn begleiteten.

Ich begegnete nur in der Silvesternacht vielen Menschen. In den anderen Nächten blieb es ruhig. Forschend suchten meine Augen in der Dunkelheit über den Feldern nach einer Antwort auf meine Fragen

Weder Antworten noch eine besondere Energie blieben in mir. Der Januar entpuppte sich immer gerne als eine illusorische Seifenblase. Das Jahr danach wurde nicht besser als sein Vorgänger

Einmal hatte ich viele Notizen gemacht. Die Alten wollten wissen, dass die Raunächte das Wetter der kommenden Monate vorhersagten. Auch das ist mit dem Klimawandel nicht mehr möglich gewesen.

Diese alten Bräuche sind nicht einmal mehr auf dem Land noch haltbar. Sie mögen den Menschen irgendwann in der fernsten Vergangenheit Gesellschaft geleistet haben. Heute sind sie vom flüchtigen Zeitgeist vertrieben.

An Geister wollen wir schon lange nicht mehr glauben, haben sich doch auch die Wunder aussterben lassen. 

Ich habe das Neue Jahr wunderbar begonnen: in der entzückenden Stille der ohnmächtigen Welt. Keiner lässt sich sehen, niemand lässt sich hören. Die Knaller sind verraucht. Es herrscht ein unglaubliches Gefühl, das zur Seltenheit geworden ist. Ich spüre Frieden!

In dieser surrealen Stille nehme ich lieber meine Gymnastik auf. Bei ihr kann ich den Atem mit den Übungen verbinden. Das bringt Harmonie in den Geist und Energie in den Körper.

Am Ende hängt mein persönliches Wohlgefühl ganz allein von mir ab. Man muss selbst an sich arbeiten.

Kein Hindernis darf uns aufhalten. Rückschläge müssen verarbeitet werden bevor sie in unserer Seele Wurzeln schlagen können. Sie sind das Gift für unseren Verstand. Manche haben Freunde, andere müssen sich alleine helfen. So weh es tut, aber mit der Zeit muss man lernen, die negativen Erfahrungen, so schnell es geht, abzuhacken und in der Bedeutungslosigkeit vergraben.

Nur, wenn unser Kopf frei ist können wir weitergehen, weitermachen, dran bleiben. Der Mut der Verzweifelten hat schon immer die schönsten und großartigsten Werke hervorgebracht.

In uns steckt viel mehr Potenzial als wir oft annehmen.

Holt es raus und beginnt das Jahr mit Zuversicht und Entschlossenheit!

 

 

 

 

 

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