Mit der Pastorale auf der Suche nach dem Sommer

Wenn die flötenden Blasinstrumente mit ihren hohen Tönen die Vogelstimmen erklingen lassen, scheint der Frühling zu erwachen. Bald geben die Hörner mit ihren sonoren Klängen einen verträumten Blick in den Wald. Sie erinnern an Feste und Jagden aus anderen Zeiten. Und die Streicher lassen die Blätter der Bäume und der Sträucher im Wind rauschen. Die Melodien werden immer intensiver und abgerundeter. Der Sommer scheint durchgekommen zu sein.

 

Jedenfalls hört es sich in meinen Ohren so an, wenn ich eine meiner Lieblingssinfonien gegen das schlechte Wetter auflege. Ludwig van Beethoven hat sie komponiert und sehr treffend „Pastorale“ genannt. Es ist die sechste in seiner glorreichen Reihenfolge gewesen.

 

Pastorale steht in der italienischen Kunstsprache auch für ein Genre der Malerei. Auf diesen Bildern sieht man meist Schäfer (ital. pastore) mit seiner Herde auf einer meist sommerlich bunten Wiese.

 

Aber auch Beethoven kannte die Tücken dieser Jahreszeit. Seine Paukenschläge im Finale künden das typische Sommergewitter an. Kurz und heftig.

 

 So sind im Moment auch die Regengüsse hier. Aber sie lassen der Sonne weiterhin keine Chance. Sie bibbert noch hinter den Wolken. Selten gelingt ihr, das feuchtnasse, ungemütliche Grau zu durchbrechen. Dann ist sie aber so wütend, dass sie uns fast erstickt und ersticht mit ihren heißen Strahlen. Die Temperaturen scheinen sich auf einer Achterbahn verirrt zu haben.

 

 

 

Der Sommer kann so schön sein! Das sollte sich auch hier herumsprechen. Meine Erinnerungen sind gar nicht so weit entfernt. Und dennoch scheint dieses Land von der Sonne vergessen worden zu sein. Jemand ganz weit über ihr sollte sie mal daran erinnern, dass heute der Sommeranfang auf dem Kalender steht. Also, bitteschön: Der Vollmond ist durch. Der Wind kann den Himmel frei machen. Die Sonne könnte die Tränen der Erde wieder trocknen und unser Gemüt erhellen. Unter der grauen Wolkendecke fällt es uns einfach schwer, bei guter Laune zu bleiben und eifrig unserer Arbeit nachzukommen.

 

Liebe Sonne, wir brauchen dich! Lass uns nicht im Stich!

 

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