Details sind die Atome unseres Lebens

John Salminen
John Salminen

Unser Leben besteht aus unzähligen kleinen Details. Sie sind wie Atome. Ohne sie gibt es kein Ganzes. Vielleicht kann ich mich deshalb über diese, oft belanglos erscheinenden, weil meist sehr kleinen Gesten viel mehr aufregen als über ein großes Thema oder Problem, das man mit Verstand und Logik aus mehreren Perspektiven betrachtet und analysiert. Die kleinen Momente aber, in denen so mancher sein eigentliches, wahres Unterbewusstsein preisgibt, die sind viel aufregender. Im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Nur ein Beispiel: wenn jemand immer nett und höflich zu dir ist, aber im Grunde peinlichst aufpasst, dir ja keinen Gefallen zu erweisen oder dir sonst irgendwie behilflich zu sein, dir immer mit Gegenbeispielen und -argumenten kommt, egal, was du anbringst.

 

Dessen Freundlichkeit ist nur eine Zuckerglasur, die seine eigentliche Natur bedecken soll. Letztere aber stößt immer wieder durch. Falls ich ihn oder sie mal darauf aufmerksam mache, zieht er oder sie sich schweigend zurück. Zum Nachdenken? Autsch, ich bin ertappt worden? Wahrscheinlich, denn kurze Zeit später wird diese Person noch freundlicher. Wobei sie nicht bemerkt, dass dieses wohlwollende Entgegenkommen zu stark aufgetragen wird und daher einen unangenehm durchtriebenen Gegeneffekt bekommt.

 

Ich versuche, jeden Augenblick meines Lebens mit unzähligen kleinen Details auszubauen, die gute Laune verbreiten, die aufkommende Selbstzweifel klären, die mich erneut hochziehen, wenn ich wieder einmal hingefallen bin. Dazu verstreue ich Komplimente, die nicht nur ankommen, sondern oft und gerne zum Boomerang werden. Auf der Straße unterstreiche ich jeden Gruß mit einem aufrichtigen Lächeln. Das ruft manchmal überraschende Reaktionen hervor. Die sind vor allem positiven Ursprungs. Und wenn ich nur ein ebenso strahlendes Lächeln zurückbekomme, obwohl der Rest des Gesichtes seine ganze Perplexität zeigt. In manchen Situationen, in denen Panik lauert und eine destruktive Unruhe mich befallen will, rufe ich mir Erfolgserlebnisse ins Gedächtnis. Das können kurze Unterredungen in fremden Sprachen sein, oder besondere Anerkennungen für eine gute Arbeit. Solche Erfahrungen wirken aufbauend und unterbinden meine traurigen Momente und helfen mir, weiter positiv zu denken.

 

Eine Gabe, die mir mein Mann in den langen Jahren beigebracht hat, in denen wir schon zusammen sind. Es ist unglaublich, aber auch in der negativsten Situation finde ich noch ein Tüpfelchen Gutes, aus dem ich lernen kann, das ich mitnehmen kann.

 

Es ist nicht leicht, aber ich gehöre nun mal zu den Menschen, die nur mit harter Arbeit ein wenig Lohn und Anerkennung erreichen können. Mir passiert es nicht, dass ich rausgehe und genau die Person treffe, die mich weiterbringt. Ich muss kämpfen. Einsam und unerbittlich. Irgendwann wird es sich bis zur Ausdauer herumsprechen. Dann hat die Geduld ihren Teil dazu beigetragen und dem Erfolg steht nichts mehr im Wege.

 

 

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Karin Goller (Freitag, 01 Juli 2016 18:26)

    ich stimme dem Text voll zu, denn manchmal ist die Gleichgültigkeit mit einem Lächeln übertüncht. Doch auch ich weiß, dass mich nur harte Arbeit weiterbringen kann, wie schon mein ganzes Leben lang.

  • #2

    Karin Goller (Samstag, 23 Juli 2016)

    Mein Beitrag vom 01. Juli 2016 stimmt immer noch genau so
    und ich stimme dem letzten Absatz voll zu. Aber ich habe auch festgestellt, dass mich harte Arbeit nicht hart macht und ich viel glücklicher bin, wenn i c h es geschafft habe.
    LG Karin Goller