Keine Angst vor der DSGVO

 

 

Der wichtigste Satz, den ich von meinem „E-Business Day“ mitbringen konnte ist folgender:

 

Die DSGVO (Datenschutzgesetzverordnung) enthält KEINE Rechtsgrundlage für Werbung!

 

Dieses neue Gesetz hält sich buchstäblich an seinen Namen:

 

DATENSCHUTZ.

 

Es schützt unsere Daten.

 

Es verstärkt die Rechenschaftspflicht.

 

Wir können verlangen, unsere Daten löschen zu lassen oder ändern zu lassen.

 

Wir können erfragen, wie lange sie wo gespeichert werden.

 

Das ist die eigentliche Quintessenz dieser neuen Paragraphen, die so viel Panik, ja nahezu Hysterie hervorgerufen haben.

 

Es geht im Grunde darum, dass die Unternehmen, wer immer sie auch sind, ob große Konzerne oder kleine Online-shops, keine Profildaten mehr unter sich austauschen können, ohne vorher die Einwilligung des Users oder des Kunden eingeholt zu haben. Was sie eigentlich schon immer ganz klein dazu geschrieben hatten. Aber wer liest schon die AGBs in der heutigen Zeit. Besonders, bei den so beliebten Gewinnspielen! Manchmal tut es jedoch sehr gut, wenigstens ein Auge drauf zu werfen. Ich habe das gelernt, als ich Verträge übersetzte und dazu ja jedes Wort lesen musste. Da bekommt man einige interessante Dinge mit, die man vor einer Unterschrift oder einem verbindlichen Klick gerne „überliest“.

 

Interessant ist auch die Antwort auf die momentane Email-Flut gewesen, die auch mein Postfach vollstopft: Der Newsletter hat nichts mit der DSGVO zu tun! Schließlich hat man die direkte Einwilligung, den Newsletter zu erhalten, schon vorher abgeklärt. Mit etwas Logik kommt man auch selbst drauf. Einen Newsletter bekommt man doch nur, wenn man ihn „abonniert“. Und das einzige Datum, das man dazu von sich gibt, ist die Email-Adresse.

 

(Eigen)Werbung von Büchern hat mit diesem Gesetz ÜBERHAUPT NICHTS zu tun. Ebenso Rezensionen. Die Weiterempfehlung eines Buches hängt nicht vom Datenschutz ab. Eher, wenn man das Buch zerreißt und vorher nicht den Autor fragt, ob man dazu seinen Namen verwenden darf. Spaß beiseite: die Meinungsfreiheit existiert noch in diesem Land.

 

Bei der DSGVO geht es um ganz andere Dinge: Daten dritter Personen darf man künftig nicht mehr bedenkenlos weitergeben. Wobei man oben gesehen hat, was alles den Begriff „Daten“ einbezieht. Hier geht es nicht nur um Adresse, Telefonnummern oder Bankdaten. Es geht auch z. B. um die Kleidergröße, Haarfarbe, Blutgruppe, Blutdruck, usw. Alles, was uns persönlich betrifft und identifiziert.

 

Eingeschlossen sind im Grunde auch die Behörden und Ämter und Krankenhäuser. Ich habe das soeben selbst erlebt, als ich für ein CT den Befund einer Operation einholen musste, der im selben Krankenhaus durchgeführt worden war. Die Radiologie hatte trotzdem keine Vernetzung mit der entsprechenden Abteilung! Für mich nicht nachvollziehbar. Aber es gibt auch durchaus verständliche Ausnahmen: wenn z.B. jemand bewusstlos an einer Unfallstelle liegt und nicht mehr in der Lage ist, seine Einwilligung zu geben, darf der Notarzt seinen Puls messen oder ihm Blut abnehmen. Ja, auch das sind „persönliche Daten“. In diesem Fall ist es aber von lebenswichtigem Interesse, dass diese Daten ohne unsere Einwilligung eingeholt werden können. Daran wird sich wohl niemand stören.

 

Also: Auch wenn wir irgendeiner Internet-Plattform die Einwilligung gegeben haben, unsere Daten zu speichern oder zu nutzen, so können wir das jetzt JEDERZEIT WIDERRUFEN. Ohne Angabe von irgendeinem Grund! Das gilt vor allem für die Nutzer von Onlineshops und Dienstleistern online.

 

Diese Daten wurden in den letzten Jahren (und eigentlich auch schon vor der Internet-Ära) viel zu oberflächlich behandelt und weitergeleitet, wenn nicht gar verkauft.

 

Und noch etwas ist in der DSGVO eingeschlossen:

 

Große und kleine Unternehmen dürfen nicht mehr vertuschen, wenn sie gehackt worden sind!

 

Auch ich hatte letztes Jahr ein Problem mit meiner Kreditkarte, wobei weder meine Bank noch ich herausfinden konnten, auf welcher Plattform die Daten meiner Karte gehackt worden waren. Diese Zeiten sind vorbei.

 

Das Unternehmen muss SOFORT ihre Kunden darüber informieren!

 

Folglich hilft dieser Datenschutz den Usern mehr als sie für möglich gehalten hätten.

 

 Was meine eigene Webseite angeht. Ich bin Autorin, Bloggerin und Übersetzerin. Daher findet ihr auf meiner Webseite fast ausschließlich Informationen über mich und meine Texte und Bücher usw. Wenn ihr mich mit einer Übersetzung beauftragt, dann erkläre ich schon bei der Annahme, dass ich die mir anvertrauten Daten innerhalb drei Monate nach der Abgabe definitiv lösche. Alle anderen Besucher auf meiner Webseite bitte ich nur um eine Email-Adresse, falls sie Kontakt mit mir aufnehmen möchten. Andere Daten werde ich wohl kaum von euch erfragen oder gar verlangen. Deshalb genügt mir auch mein von Google erweiterter Datenschutz, da ich mit diesem wunderbaren Unternehmen verknüpft bin. Schließlich muss ich mich im Netz bemerkbar machen. Und das werde ich auch weiterhin.

 

Noch etwas, ganz süßes: auf dem „E-Business Day“ gab es in den Pausen ein sehr leckeres Büfett. Darunter war ein Kuchen, der mich besonders beeindruckt hat. Ich werde morgen versuchen, ihn zu backen. Schmeckt er nur halbwegs so gut wie der vom Event, dann werde ich ihn als „Pfingstkuchen“ auf dem Genussblog an euch weitergeben.

 

Bis dahin hoffe ich, euch ein wenig Klarheit verschafft zu haben...

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Marlies Hanelt Autorin/Bloggerin (Samstag, 19 Mai 2018 12:27)

    Finde ich einfach super, dass Du diesen sehr verständlichen Beitrag hier eingestellt hast. Fühle eine Art von intensiver Erleuchtung in meinem gestressten Autorenhirn. Fantastisch.