Xenia Hügel in Miltenberg

 

Miltenberg im Odenwald. Eine interessante Stadt, die ihre alten Fachwerkhäuser so gut pflegt, dass man den aufgemalten Jahreszahlen über den Türen kaum glauben mag. Man sieht ihnen ihr Alter einfach nicht an. Überraschend freundlich sind auch die Bewohner dieser netten Stadt. An Touristen sind sie nicht nur gewöhnt, die geben ihnen sofort den Eindruck, dass sie äußerst willkommen sind. Jedenfalls konnte ich mich keine Minute umsehen, ohne dass mich nicht schon jemand angesprochen hätte, ob ich etwas suche, ob er behilflich sein kann. So viel Freundlichkeit gibt es nicht überall.

 

In der Jakobuskirche war eine Matinée im Programm. Die Poetin Xenia Hügel las ihre einfühlsame Lyrik vor und Alexander Huhn improvisierte an der Orgel. Es war ein außergewöhnlicher Klangraum. Ein wunderschönes Wort und sehr treffend für diese Kunstdarbietung zum Aperitif.

 

Ich freute mich ungemein, als Xenia Hügel begann, ihre Poesie vorzutragen. Das tat sie mit einer feinfühligen Modulation, die durch sehr taktvolle Pausen unterstrichen wurde. Auch dies ist eine Kunst, die nicht jeder beherrscht. Für mich war es eine neue Erkenntnis.

 

Ich hatte in den letzten Wochen das Privileg gehabt, ihre neue Lyrik übersetzen zu dürfen. Eine wunderbare Herausforderung, der ich mich mit akribischer Leidenschaft gestellt habe.

 

Nun hörte ich diese gefühlsbetonten Zeilen mit einer klaren Stimme, deren Betonung mich noch mehr ins Schwärmen brachte. Die Wörter bekamen einen neuen Klang, den ich sehr zu schätzen wusste.

 

Mitunter trafen sich unsere Blicke und wurden begleitet von einem Lächeln, in dem sich freundschaftliche Komplizen begegneten, in dem die Sympathie sich mit der Harmonie verbunden hatte.

 

Nächsten Donnerstag gibt es wieder eine Begegnung mit Xenia Hügel. Wieder in einer suggestiven Location. Am See in Walldürn - Gottersdorf. Es wird wohl ein angenehm lauer Sommerabend werden...