Epiphania und ihre Wirkung

 

 

 

 

L’epifania

 

 tutte le feste porta via

 

Im Italienischen gibt es dieses schöne Sprichwort, dass sich so melodisch reimen lässt. Übersetzt heißt das: Die Epiphania nimmt alle Feste weg. Das reimt sich nicht mehr so schön, bringt aber das Thema auf den Punkt. Mit dem 6. Januar sind die vielen Fest- und Feiertage erst einmal vorbei. Ein ernüchternder Alltag fängt uns wieder ein. Weihnachten liegt schon eine gefühlte Ewigkeit zurück. Der ganze Hype während der Adventszeit ertrinkt im letzten Glas Glühwein.

 

Der Silvesterkater ist ebenfalls überwunden. Wobei dieses Wort mich zu einem Gedankenspiel verleitet. Wer kennt nicht Sylvester? Der Kater aus der „Disney-Dynastie“, der dem süßen Tweety-Vögelchen das Leben schwer macht. Was wohl Walt Disney gedacht hatte, als er den „bösen Kater“ Sylvester nannte? Oder ist dieser Tag wirklich nur sein Namenstag und meine Fantasie geht mit mir durch? 

 

Auf meinem Laptop ist ein „ewiger“ Kalender eingebaut, der automatisch weiterläuft. So wie die Zeit. Sie verweilt nicht. Sie ist in ständiger Bewegung. Jeder Atemzug gehört sogleich der Vergangenheit an. Die Gegenwart, wer kennt sie? Ich kann sie nicht mehr fassen. Sie entreißt mir jeden Gedanken an die Zukunft. Und doch wollte ich mich in diesen Tagen „zwischen den Jahren“ ein wenig mit ihr beschäftigen. Jedoch wurde ich in Situationen involviert, die es nicht zuließen.

 

Nun scheint der graue Januar mit seinem griesgrämigen Alltag wieder voll auf uns einzudringen. So manche Vorsätze für das neue Jahr sind schon wieder verworfen. Die Geschenke sind angekommen oder auch gleich umgetauscht worden. Das Weihnachtsgeld wurde in Kurzreisen und Shoppingschnäppchen investiert. Ab morgen heißt es wieder: rein ins Leben, raus aus dem Feiern. Besonnen haben sich wohl die Wenigsten. Und doch wäre es eine gute Zeit dazu gewesen.

 

Ich hatte einige familiäre Probleme zu bewältigen. Doch mein Hinterkopf versuchte eifrig, sich mit meiner Zukunft zu beschäftigen. Was daraus wird, werde ich wohl erst in den kommenden Tagen, Wochen, Monaten erfahren. Ideen habe ich genug, nur zur Umsetzung fehlt mir oft der „klare Kopf“.

 

Es ist nicht die Zeit, die man sich nimmt. Man braucht auch den Kuss der richtigen Muse dazu. Solange der Geist verstopft ist kann er sich nicht auf das Wesentliche konzentrieren. Denn, wenn der Geist sich langsam davonschleicht, ist nichts mehr wie vorher. Vieles muss anders gesehen werden. Jeder Tag bringt neue Eindrücke, holt manchmal auch schöne Erinnerungen zurück. Fordert mich zuweilen mit einer zehrenden Verzweiflung heraus. Bringt meine Selbstkontrolle an bebende Grenzen. Doch ich lächle und, wenn ich könnte, würde ich den Honig aus dem Kopf meines Mannes schlürfen und ihm wieder gesunde Gehirnzellen einpflanzen. Soweit ist unsere heutige Wissenschaft leider noch nicht.

 

Deshalb würde ich mich freuen, wenn die Epiphania nicht nur die Feste und Feiern, sondern auch einige Probleme mit sich nehmen könnte.

 

Die Zuversicht für gute Tage ist das größte Geschenk, das ich von diesem Jahr erwarten kann. Ich habe gelernt, die Schönheit des Augenblicks zu erkennen. Ihn zu genießen, ohne mich dem Teufel zu übergeben.

 

Carpe Diem!

 

Einfach genießen, bevor dieser schöne Augenblick schon wieder zu den Erinnerungen gelegt wird.  

 

 

 

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