Frauentag für Frauenrechte

 

 

 

Wir leben im 21. Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung. Wir sprechen mittlerweile über die Einführung eines dritten Geschlechts. Und doch müssen sich Frauen immer noch rechtfertigen, sind Frauen immer noch nicht gleichwertig honoriert und, vor allem, werden Frauen immer noch unterdrückt, misshandelt und gedemütigt. 

 

Viele Männer haben weiterhin Probleme mit Frauen und deren Multitasking-Talent. Die traditionelle Rollenverteilung hat in den heutigen unzähligen Singlehaushalten und Patchwork-Familien schon lange keine Wurzeln mehr. Dennoch bleibt vieles an den Frauen hängen, was Männer nicht tun wollen oder auch können. Zum herkömmlichen Multitasking der Frauen gehören die Schwangerschaft (unmöglich für Männer), der Haushalt (hier wollen sie oft nicht) und die Kindererziehung (da bestimmen sie gerne mit).

 

Der Mann, wenn man so will, hat das Vergnügen, die Frau muss alleine ihre Geburtsschmerzen aushalten. Händchenhalten hilft da nur bedingt. Der Haushalt lässt sich (eigentlich) sehr gut von beiden bewältigen. Ich kenne viele Männer, die gut kochen, und auch einige, die sehr gut bügeln. Dazu kommen weitere Hausarbeiten und kleinere Reparaturen, die von beiden ausgeführt werden könn(t)en. Die Kindererziehung war und ist immer noch der dritte Aspekt der traditionellen Rollenverteilung. Zwar wollte und will der Mann gerne mitbestimmen. Aber seine oft fehlende Präsenz erschwert die Durchsetzung.

 

Diese Multitasking-Force genügte der Frau schon lange nicht mehr. Sie erweiterte ihre Gebiete mit noch mehr Arbeit. Bildung und Beruf geben vielen Frauen eine Freiheit aus ihren überlieferten Aufgaben und Zwängen. Für diese Freiheit haben sie lange gekämpft. Sie gehört schon in vielen Ländern zum täglichen Leben.

 

Frauen mit ausgeprägtem Selbstbewusstsein und fachlicher Kompetenz bestätigen sich ebenso glänzend wie Männer mit denselben Charakteristiken und Voraussetzungen. Nur, es fehlt (noch) an der Anerkennung. Eine Frau muss sich doppelt anstrengen, von ihren Mitarbeitern oder Kollegen oder Geschäftsfreunden akzeptiert zu werden. Dabei ist eine Frau dem Mann um einiges voraus. Logik und Scharfsinn kombiniert sie geschickt mit einer taktvollen Empathie, die ihr bei Meetings und komplizierten Verhandlungen einen klaren Vorteil gibt. Nur bei den Gehältern kommt eine nicht nachvollziehbare Ungerechtigkeit zu Tage. Wenn wir ehrlich sein wollen, sind Frauen noch einen Tick mehr wert als Männer. Schließlich sorgen sie alleine für den Nachwuchs. Oft sind sie auch mit der Kindererziehung alleine gestellt. Und viele sind auf einen Beruf angewiesen.

 

Und doch leiden immer noch viele Frauen an Unterdrückung, erleiden sexuellen und psychischen Missbrauch, ertragen Demütigungen und suchen ein Leben lang ihre Selbstachtung und ihre Menschenwürde.

 

Fakt ist, dass es auf dieser Welt noch viel zu viele Frauen gibt, denen jedes zivile Recht verwehrt wird. Ich denke da nicht nur an die orientalischen Staaten, in denen Frauen nicht einmal Auto fahren oder an einer öffentlichen Veranstaltung teilnehmen dürfen, sondern vor allem an die inhumane weibliche Beschneidung, die keine religiösen Gründe rechtfertigen können. Ich fühle mit allen Frauen, denen es, aus welchen Gründen auch immer, verwehrt wird, selbst zu bestimmen, ob sie ein Kind austragen möchten, insbesondere, wenn es sich dabei um die Konsequenz einer Gewalttat handelt.

 

Irgendwann wird wohl auch die Männerwelt einsehen, dass Frauen ihren Job genauso gut machen und dafür den gleichen Lohn wert sind, den ihre männlichen Kollegen erhalten. Allein diese Ungerechtigkeit sollte in zivilisierten Ländern längst abgeschafft worden sein. Ist es aber nicht!

 

Ehemann, Kinder, Haushalt und Karriere. Das alles will durchorganisiert sein. Hier erkennt man das eigentliche Multitalent der Frauen. Da endet der Vergleich mit Männern. Nie und nimmer würden sie eine Ehefrau, ihre Kinder, den Haushalt und ihren Beruf gleichzeitig managen. Dazu fehlt ihnen der letzte Schliff und Wille. Diese Stärke haben nur Frauen! Von wegen „das schwache Geschlecht“! Doch eines sollten wir auch bei allem gerechtfertigten Kämpfergeist nicht vergessen: unsere feminine Seite!

 

Es ist so angenehm, mit einem freundlichen Lächeln viel mehr erreichen zu können als mit unangenehmen, nicht enden wollenden Diskussionen.

 

Denn, dieser Tag alleine genügt nie und nimmer, alle hilfsbedürftigen Frauen dieser Welt zu befreien. Das geht leider nur Schritt für Schritt.

 

Der italienische Innenminister hat heute zwei neue Gesetze vorgestellt, die Frauen mehr Schutz und, wie dem auch sei, mehr Gerechtigkeit zukommen lassen sollen. Es geht vor allem um das verkürzte Strafsystem bei Missbrauch und Mord. Der Zeitpunkt für dieses Gesetz ist sehr clever gewählt.

 

Der italienische Staatspräsident hat in seiner Rede heute auch sehr lange über die Menschenhändler gesprochen, die Frauen zur Prostitution zwingen. Jedoch war die unverblümte Kritik auch an die Männer gerichtet, die sich skrupellos daran bedienen. Ohne diese „Kunden“ gäbe es nicht diesen dunklen „Markt“!

 

Der heutige Tag wird nicht ausreichen, alle gravierenden Probleme anzusprechen oder gar definitiv zu lösen. Wenn ich aber nur einen Mann sehe, höre oder von ihm lese, dass er einen (kleinen) Schritt gewagt hat, um vorhandene negative Situationen zu verbessern, dann war der heutige Tag ein „Fest der Frau“.