Die Launen der Zeit...

 

 

Man sollte möglichst immer guter Laune sein, Größe 0 tragen, täglich Sport treiben, und auch noch mindestens vegan essen.

 

Wow! Erst einmal tief durchatmen!

 

Ausreden sind ungültig! Welche Ausreden?

 

Weder das Wetter, noch der Alltag mit seinen (un)möglichen Problemen, noch die Wechseljahre dürfen dafür herhalten, dass es nicht so ist. Also habe ich diese vier, der beliebtesten und auch ziemlich verbreitetsten „Diktate“ näher betrachtet. Natürlich aus meiner ganz persönlichen Perspektive.

 

Die Laune ist an manchen Tagen schon morgens mies, auch wenn ich kein Morgenmuffel bin. Dann wälze ich die Stimmung auf das Wetter ab. Ausstehende Probleme sind auch gut für jegliche Demotivation. ABER: Eigentlich ist für mich gerade der frühe Morgen eine sehr schöne und positive Zeit. Mit ihm beginnt ein neuer Tag. Man kann mit frischer Energie Probleme angreifen und vielleicht endlich aus dem Weg schaffen. Die Luft ist noch so wunderbar klar und fühlt sich noch so herrlich sauber an. Wenigstens möchte ich mir das einreden. Wer frühmorgens, aus welchem Grund auch immer (Spaziergang oder Fahrt zur Arbeit), ein paar Schritte im Freien läuft, der bekommt ganz andere Düfte und Gerüche in die Nase als am Abend zuvor. Die Erde, aber auch die Stadt, riecht intensiver. Diese energetischen Kräfte können sich jedoch nach wenigen Stunden schon wieder verflüchtigen. Bis zur Mittagszeit ist man dann endgültig „mitten im Tag“ angekommen und voll mit dem Alltag konfrontiert.

 

Äußere Einflüsse, unerwartete Ereignisse, oder auch vergebenes Grübeln können unsere Stimmungen sehr stark ins Schwanken bringen. Da helfen kaum noch Ratschläge, wenn die Selbstkontrolle versagt, wenn wir uns nicht mehr „halten“ können. Wir wissen alle, Männer und Frauen, wie gut es tut, aus Wut oder Traurigkeit, den Tränen freien Lauf zu lassen. Oft strömen diese Tränenflüsse nicht leise aus unseren Augen, sondern werden von hässlichen Krämpfen begleitet. Bis eine plötzliche Müdigkeit aufkommt und eine, beinahe lähmende, Beruhigung einsetzt. Dann hat sich unser Kopf ausgetobt. Das Gehirn ist wieder etwas freier für die Logik, für die Realität, für den Verstand. Dann bleibt nur noch der Weg ans Waschbecken. Sobald die Hände und das Gesicht mit dem kalten Wasser in Berührung kommen, wird vieles wieder gut. Trifft dieses Gefühl nicht ein, dann ist die Situation ernst, sehr ernst. Dann brauchen wir Hilfe. Aber meist genügen ein paar Hände voller kaltem Wasser für das Gesicht, ein paar Taschentücher für die Nase und, besonders für die Damen, anschließend bitte wieder schön das Gesicht eincremen, damit die Falten sich nicht vertiefen!

 

Ab einem gewissen Alter (frau spricht nicht gerne in Zahlen), glauben viele Frauen, dass man Falten ausfüllen soll, muss. Die einen lassen sich Botox spritzen, die anderen nehmen ein paar Kilo zu. Beides entspricht nicht meinem Credo. Ich kämpfe tapfer Tag für Tag, dass die Null nicht aus meiner Größe verschwindet, dass ich folglich in der Größe 40 bleiben kann. Das beginnt schon mit einem täglichen Gang auf die Waage. Mag sehr ungesund klingen, gehört trotzdem zu meinem Morgenritual. So kann man sich schon vor dem Frühstück die Laune verderben. Na ja, ich bin realistisch und es ist mir bewusst, dass ich nach einem ausgiebigen Abendessen eben nicht am folgenden Morgen auf die Waage sollte. Ich tue es trotzdem! Sagen wir mal: aus statistischen Gründen. Denn, sportlich war ich noch nie. Aus gesundheitlichen Gründen muss ich mich (beinahe) täglich zu einer gezielten Gymnastik aufraffen. Mein Rücken verlangt es und dankt mir mit einer geschmeidigen Wahrnehmung, die mich sofort agiler werden lässt und daran erinnert, dass es sehr schmerzhaft werden kann, sollte diese Geschmeidigkeit fehlen.

 

Und in Bezug auf das Essen muss ich mich schlicht und einfach outen: ich bin ein Genussmensch! Wenn es mir schmeckt, kenne ich keine Grenzen! Lieber am nächsten Tag Intervallfasten oder Dinner canceln, sollte ich mal wieder (etwas) übertrieben haben. Wie oben erwähnt: die Größe 40 muss bleiben! Seit meiner Geburt vertrage ich keine Laktose. Deshalb bin ich jedoch nicht vegan geworden. Im Laufe meines Lebens habe ich sehr verschiedene Küchen ausprobiert. Auf meinen geschäftlichen wie privaten Reisen war ich immer neugierig auf die lokale Küche. Erst mal probieren, selbst in England kenne ich gute, einheimische Küche! Bei mir zu Hause gibt es beste mediterrane Küche: viel Pasta und Gemüse und Obst und Fisch und Meeresfrüchte. Fleisch und Wurst sind bei uns selten. Dafür kenne ich keine Hemmungen bei Hefegebäck! Das ist super gefährlich!

 

Da freue ich mich doch auf die saisonalen Abwechslungen! Und überlasse dem grauen Winter die schlechte Laune. Versuche mich schon im Frühling neu „aufzuladen“. Nutze die Sonne in den Sommermonaten, sofern sie es nicht zu gut meint. Denn, da habe ich leider auch schon einige unschöne Erfahrungen machen müssen. Vergesst nicht: seit fast drei Jahrzehnten gibt es keinen schützenden Filter zwischen Sonne und Erde. Wir müssen selbst darauf achten, nicht zu viel von den Strahlen abzubekommen. Schatten und Cremes sind unverzichtbar! Da wiederhole ich nicht die Vorgaben der aktuellen Apothekerumschau, sondern spreche aus eigener, ungesunder Erfahrung. Meine Augenkrankheit und eine unschöne Narbe an der rechten Schläfe erinnern mich tagtäglich, wie grausam die Sonne sein kann!