Der August – ein Transitmonat

 

 

 

Der August ist eine Art Transitmonat zwischen den Jahreszeiten. Die heißen Sommermonate, Juni und Juli, sind überstanden. Jetzt beruhigt sich das Wetter langsam und bereitet sich auf die kältere Jahreszeit vor. Zwar kann man noch schöne Tage genießen, aber der Regen kommt heftiger, bleibt länger. Die Nächte werden kühler und morgens gibt es mancherorts auch schon die ersten Nebelschwaden. Es klingt fast nach September.

 

Einst war der August der Urlaubsmonat schlechthin. Hochsaison. Teure Preise. Besonders um die Monatsmitte. Einige Firmen und Fabriken in Deutschland halten sich bis heute noch an die Tradition „Betriebsferien“ im August.

 

In Italien wird in diesem Monat der „Ferragosto“ gefeiert. Ich gehe davon aus, dass sich die Italiener nicht ihre „heiligste“ Ferienwoche nehmen lassen, nur, weil ihr Innenminister auf einmal gerne zum Ministerpräsidenten avancieren will. Dafür haben sich die Italiener über Generationen einen ganz dicken, politischen Schutzpanzer zugelegt. Sie wissen nur zu gut, was die Deutschen erst kürzlich erfahren mussten: Du kannst wählen wen du willst, die Politiker einigen sich untereinander wie es ihnen passt, abseits von jeglichem Wahlergebnis.

 

Doch ich wollte nicht vom Thema abkommen. Der August bildet traditionell die Mitte des Sommers. Die Mitte der Ferien. Wobei es sich nur um eine gefühlte Mitte handelt. Die eigentliche „Mitte des Sommers“ ist schon vorüber. Die Mitte der Schulferien ebenfalls. Und doch wird dieser einzige (katholische) Feiertag für ein „Mittsommerfest“ genutzt. Ich wusste lange nicht, dass es sich ursprünglich um ein religiöses Fest handelte. Schließlich arbeitete ich auch an Feiertagen. In meinem Berufsleben habe ich den Sommer prinzipiell in Ferienzielen verbracht. Dort sind die Läden und Lokale während der Sommersaison bis spät abends offen, sieben Tage die Woche! Das schätzen besonders die Touristen. Auch die deutschen Urlauber. Aber im eigenen Land gibt es jedes Jahr ein unglückliches Geschrei um die Öffnungszeiten von Supermärkten und Geschäften. Auf diesem Gebiet liegt Deutschland genauso weit hinten wie in manch anderen Bereichen! (Darüber werde ich in den nächsten Tagen mal etwas schreiben.)

 

Wie dem auch sei, dieser August ist irgendwie anders. Er lässt mich in Gedanken schwelgen. Vielleicht auch, weil ich endlich wieder einmal zur Ruhe kommen konnte. Nach einem langen Jahr, in dem erst meine Mutter, dann mein Mann und am Ende auch ich krank gewesen sind. Es war sehr stressig und kompliziert.

 

Vielleicht nutze ich deshalb diesen Monat zum Lesen, zum Nachdenken, zur Besinnung. Ich muss wieder einen klaren Kopf bekommen.

 

Viele sind noch im Urlaub. Andere fahren erst weg. Der eigentliche „Alltag“ beginnt ohnehin erst wieder im September. Bis dahin gibt es noch wunderschöne Tage für einen langen Spaziergang, für einen kleinen Ausflug, für einen besonderen Abend.

 

Carpe Diem!

 

 

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Heidelinde (Montag, 12 August 2019 16:02)

    Du sprichst mir tief aus der Seele, liebe Marina - vieles fühle ich genauso. Und mit der Politik da hast Du sehr recht, egal in welchem Land man wohnt. Vieles ist diesen Sommer anders - mit Steuern wollen sie alles regeln und denken dabei nicht daran, dass sämtliche Landwirtschaftsminister versagt haben, und der einfachste Weg wäre es, zuallererst Bäume zu pflanzen, Biotope zu schützen, Massentierhaltung per Gesetz einzudämmen ... und und und. Ich liebe den Sommer, auch den August, die Natur beschenkt uns in dieser Zeit reichlich mit Blüten, Duft, Obst und Gemüse und man muss sich nicht einmummeln, sondern kann leicht bekleidet durch die Gegend schlendern, Eis genießen, mit den Enkeln toben und kann des Nachts draußen den Sternenhimmel beobachten und ein Glas Wein dazu trinken. Ja, liebe Marina, manchmal kommt alles auf einmal, geballt eben, doch dann gibt es wieder eine Zeit des Ausruhens, des sich Wiederfindens und der Erholung. Alles Liebe für Deine Familie und Dich ���

  • #2

    Marina (Montag, 12 August 2019 19:36)

    Vielen Dank für deine lieben Worte, Heidelinde!