Der September und sein Monatsstein – Saphir

Foto: Christie's                                                                                 Foto: Bill Larson

 

 

Die alten Perser glaubten noch, die Erde würde an einem riesigen Saphir hängen, dessen Farbe den Himmel darstellte. Von Beginn seiner Entdeckung an wurde diese wunderschöne blaue Farbe des Saphirs mit dem Himmel assoziiert. Dadurch entstand sehr schnell der Glauben, dass ein Saphir seinen Träger vor Neid und Schaden schütze und ihn mit Weisheit begnade. Päpste und Adelige beanspruchten den Saphir sogleich für sich. Noch heute spricht man auch von einem Königsblau.

 

Die alten Griechen nannten ihn „Stein des Seelenfriedens“. Wer ihn trägt, soll zu innerer Ruhe und Treue finden.

 

Im Mittelalter glaubten die Europäer sogar, dass seine Kräfte die Pestblasen und Augenleiden heilten, sowie ein wirksames Gegengift darstelle.

 

 

 

Der Saphir gehört zur vielfarbigen Familie der Korunden. Dieses Mineral besteht aus kristallisierter Tonerde. Sie ist ursprünglich nahezu farblos, jedoch in diesem Zustand sehr selten vorzufinden. Ihre verschiedenen Farben, die quer durch die Regenbogenpalette gehen, hängen von der jeweiligen Menge Eisen ab, die während des Wachstums eindringt (z.B. seine rote Variante ist der Rubin). Die schöne blaue Farbe des Saphirs kommt erst zur Geltung, wenn sich genügend Titan dazu mischt.

 

 

 

Die meisten Saphire kommen seit zwei Jahrtausenden aus Sri Lanka, ehemals bekannt unter dem Namen Ceylon. Sehr schöne Saphire mit einem hellen, transparenten Blau kommen aus Thailand. Dieses Land hieß früher Siam. Heute befindet sich dort das weltweit wichtigste Zentrum für die Schleiferei und Erhitzung der Saphire. Letzteres verbessert eine etwas blassere Farbe.

 

Der kräftigste und absolut perfekteste natürliche Blauton gehört immer noch den Saphiren aus der Region Kashmir. Diese Edelsteine sind sehr selten. Ihre Geschichte ist so romantisch wie der Stein selbst. Der intensive Blauton verändert sich auch bei unterschiedlichem Lichteinfall nicht.

 

Entdeckt wurden diese außergewöhnlichen Saphire das erste Mal 1881. Auf 4500 Meter Höhe überschwamm eine Lawine ein Tal im Nordwesten des Himalayas, damals eine nordindische Provinz. Das Muttergestein war voller farbiger Schmucksteine, wie grüne Turmaline und Granaten. Darunter befanden sich aber auch diese unvergleichbar schönen Saphire. Jedoch blieb das Tal nur schwer zugänglich. Neun Monate im Jahr war es mit tiefem Schnee bedeckt. Die Ausbeutung war ungemein schwierig und die Arbeiter mussten sich mit den primitivsten Methoden und Geräten begnügen, die nur mühsam dort hinaufgebracht werden konnten. Die Hauptproduktion beschränkte sich von 1881 bis 1887. Danach kam es nur noch sporadisch zu einigen Versuchen. 1979 wurde die Suche nach dem „König der Saphire“ definitiv eingestellt.

 

 

 

Einschlüsse in Edelsteinen sind oft so schön, dass sie keineswegs stören. Ich hatte einmal einen kleinen Saphir zu analysieren. Bei normaler Augenstärke konnte man nur zwei kleine dunkle Punkte erkennen. Die Kundin war ganz besorgt. Unter dem Mikroskop entfalteten sie sich zu zwei winzig kleinen, aber tiefroten Rubinen! Ich freute mich ungemein, dass der Edelsteinschleifer die beiden Kapricen der Natur mitten im Saphir gelassen hatte. Sie bezeugen auf jeden Fall die natürliche Echtheit des Edelsteins.

 

 

 

Der heute wohl berühmteste Saphir schmückte den Verlobungsring von Lady Diana und wurde von ihrem Sohn Prinz William an seine Frau Kate Middleton weitergegeben. Der 12 Karat schwere Edelstein ist von kleinen, weißen Diamanten umringt.

 

Einer der spektakulärsten Saphire ist der Rockefeller Saphir. (siehe Foto Christie’s) Er wurde im ehemaligen Burma (dem heutigen Myanmar) gefunden. 1934 kaufte ihn John D. Rockefeller jr. von einem indischen Maharadscha. Er wurde mehrmals neu geschliffen. Zuerst war er in eine Brosche eingefasst gewesen. Letztendlich fand er seine Ruhe in einem stolzen 62.02 Karat schweren, rechteckigen Stufenschnitt. Tiffany gab ihm eine Ringfassung, die seine volle Schönheit entfaltete. Nur zwei dreieckig geschliffene Diamanten „beleuchten“ ihn von beiden Seiten.

 

Der, bis heute bekannte, größte Saphir wog circa 2300 Karat und war in Australien entdeckt worden. Norman Maness, ein amerikanischer Künstler, hatte ihn zur Büste Abraham Lincolns skulptiert. 1318 Karat blieben übrig. Eine Hommage an den Präsidenten, der ein Symbol für die Demokratie und Freiheit in Amerika geworden war. Dazu passte der Saphir sehr wohl, denn zu seinen Charakteristiken gehört auch seine Härte: er bringt eine stolze 9 auf die Mohs-Skala. (Dieser Gradmesser geht von 1 für Talk bis 10 für Diamant, der absolut härteste Edelstein überhaupt). Dank dieser Härte wird der Saphir auch nicht so schnell gespalten, wenn er mal einen Schlag abbekommen sollte. Für die Skulptur musste Maness zu Zahnarztbohrern greifen und mit Diamantköpfen arbeiten. 1952 wurde die Büste dem Smithsonian Museum übergeben.

 

 

 

Gerade die Härte des Saphirs erlaubt sein eigentlich pflegeleichtes Tragen. Er verkratzt nicht so schnell und auch seine Farbe lässt sich wunderbar kombinieren. Doch ein paar Dinge sollte man noch beachten. Vor dem Kauf.

 

Saphire sind in der Natur oft sehr blass. Deshalb werden sie verschiedenen Behandlungen unterzogen, damit der Stein sein leuchtendes, dunkles Blau bekommt. Das ist heutzutage ganz normal und wird auch akzeptiert. Daher ist es ratsam, beim Kauf eines Saphirs nach diesen Behandlungen zu fragen, damit es später keine unangenehmen Reaktionen bei eventuellen Unfällen gibt. Gefüllte oder gefärbte Steine können schon durch einfachen Zitronensaft Schaden zugefügt bekommen.

 

Und noch etwas: je länger man ein Schmuckstück trägt, desto öfter sollte man es, bitte, bitte, auch einmal säubern! Dieser Aspekt wird sehr häufig unterschätzt. Dabei genügt eine Lupe und ihr werdet staunen, was alles an eurem Lieblingsstück hängt!

 

 

 

Warmes Seifenwasser ist immer das Beste für die Säuberung eines Saphirs.

 

 

 

Sollte er behandelt sein, dann lieber das gute Stück einem Spezialisten überlassen, der, je nach Behandlung, genau weiß welche Art von Reinigung er vornehmen muss.

 

 

 

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