Wer das Genießen erlaubt, der lässt das Schöne in seinem Leben zu

Dr. Rainer Lutz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sommer-Spaghetti

 

 

 

 

 

Wenn es richtig heiß wird, dann bleibt bei mir die Küche, so weit es geht, KALT!

 

Dazu habe ich mir eine Soße entworfen, die ich wirklich kalt zusammenstelle:

Heute mal für zwei Personen:

 

Zuerst stelle ich den Wassertopf für die Spaghetti auf die Herdplatte. Nicht vergessen: Das Wasser nach Belieben salzen. Anstatt Salz benutze ich gerne einen Würfel Fleischbrühe.

 

Für die Soße schneide ich einen halben roten Paprika in kleine Stücke und gebe sie, zusammen mit 300 g passierten Tomaten in den Mixer. Dazu kommen noch ca. 3 EL Basilikumblätter und nach Belieben kann man eine Knoblauchzehe hineindrücken. Bitte nicht ganz mit hineingeben, sonst wird die Soße wirklich zu schwer und der Knoblauch übertönt alle anderen Geschmacksrichtungen. Ich gehe immer sehr behutsam damit um.

 

Zurück zum Mixer. Alles nach Belieben salzen und pfeffern, noch 3 EL Olivenöl dazugeben und fein pürieren. Die Paprika können kleine bissfeste Würfel bleiben. Also nicht zu stark pürieren.

 

Diese kalte Soße gieße ich auf die heißen, abgeseihten und natürlich al dente gekochten Spaghetti. Beim kräftigen Umrühren „wärmt“ sich die Soße ein wenig an der Pasta. Das schmeckt frisch und lecker und beansprucht nicht zu viel Hitze, wenn es draußen schon heiß genug ist!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aprikosenkuchen

 

 

 

 

 

 

 

Gerne kauft man jetzt viel Obst. Aber, wenn es gewittert, dann hält es nicht lange.  Deshalb backe ich lieber einen Kuchen, als das Obst entsorgen zu müssen.

 

Für diesen leckeren Aprikosenkuchen werden 250 g Dinkelmehl, 50 g geriebene Mandeln, 150 g Butter, 100 g Zucker, 3 Eigelb und die geriebene Schale ½ Bio-Zitrone zu einem Mürbteig verknetet. Anschließend ein halbes Stündchen in den Kühlschrank gestellt, damit er etwas fester wird.

 

In der Zwischenzeit wasche, halbiere und entkerne ich ca. 600 g Aprikosen und gebe sie in einen Topf. Für ein bisschen mehr Geschmack streue ich 2 EL Zucker und 4 EL Amarettolikör über die Früchte. Bei schwacher Hitze lasse ich die Aprikosenhälften weich werden. Sie sollten aber nicht zerfallen.

 

Jetzt erst heize ich den Backofen auf 180°C vor. In eine runde, vorgefettete und bemehlte Form von 26 cm ø drücke ich den Mürbteig auf den Boden und bekleide auch die Seitenwände. Mit einer Gabel steche ich ein paar „Luftlöcher“ in den Boden ein und verstreiche ganz dünn 3 EL Aprikosenmarmelade.

 

Die Aprikosen seihe ich vorsichtig ab und lege sie auf den Teig. Darüber verteile ich noch 2 EL Mandelscheibchen und lege den restlichen Teig, mal in Streifen, mal als Streusel oben drauf.

 

In 30-35 Minuten ist der Kuchen schön gebacken. Sobald er etwas abgekühlt ist, bestreue ich ihn mit ein wenig Puderzucker.

 

 

Er schmeckt auch lauwarm schon sehr lecker.

 

 

 

 

Pasta Crudaiola

Wenn es im Sommer richtig heiß wird, dann isst man gerne „kühlere“ Gerichte. Die Küche sollte nicht dampfen und brodeln. Nur das Nötigste ist angesagt. Dennoch sollten dabei gesunde Kohlehydrate nicht fehlen. Wenigstens verlangt mein Magen nach ihnen. Ehrlich gesagt, habe ich kaum Lust zum Kochen. Zum Abendessen schnippele ich gerne so viel frisches Gemüse wie ich im Kühlschrank nur finden kann und zaubere knackige Salate. So bunt wie schmackhaft. Zum Mittagessen gibt es trotzdem oft Pasta. Der Favorit bei mir heißt Pasta Crudaiola. Crudo wird zwar aus dem Italienischen mit roh übersetzt. Doch bezieht es sich auf die „Soße“. Und die ist in diesem Fall nur mit rohen Zutaten anzurichten.

 

Dafür schneide ich pro Person eine feste, aber schon reife Tomate in kleine Würfel und lege sie in eine Schüssel. Die Tomaten werden gesalzen und mit buntem Pfeffer aus der Mühle gewürzt. Darüber pflücke ich (pro Tomate) 1 EL Basilikumblätter klein, nachdem ich sie gewaschen und leicht abgetrocknet habe. In dieser Reihenfolge bleiben die wichtigen Nährstoffe und Vitamine besser erhalten. Darüber gieße ich (immer pro Tomate) 2 EL Olivenöl. Manchmal auch etwas mehr.

 

Ich liebe den herzhaften Geschmack des guten Olivenöls auf meiner Zunge. Oft esse ich als Snack zwischendurch eine Scheibe Weißbrot, z.B. Toast und träufele reines Olivenöl darauf. Oder ich stelle mir ein Schälchen mit dem köstlichen Öl neben mein Schneidebrett, wenn ich knackiges Gemüse wie Karotten oder Paprika zuschneide. Hin und wieder tunke ich ein Stück ins Öl und nasche! Einfach lecker!

 

Zurück zur Crudaiola: Während die Tomaten marinieren, wird das Salzwasser aufgesetzt und darin die bevorzugte Pasta al dente gekocht. Meist nehme ich dazu Eliche oder Fusilli, jedenfalls eine etwas „weichere“ Sorte, die das Öl und die Tomaten gut aufsaugt.

 

Bevor ich die abgetropften Nudeln darüber schütte, kommen noch, je nach Geschmack, 2-3 EL Philadelphia auf die Tomaten. Alles kräftig unterrühren. Der Philadelphia macht das Ganze wunderbar cremig und die knackigen Tomatenwürfel bringen eine würzige Frische in die Pasta.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pasta alla Marina

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn es bei mir schnell gehen muss, dann werfe ich einen kritischen Blick in den Kühlschrank. Was muss aufgearbeitet werden?

 

Da steht eine kleine Schale mit der restlichen Hälfte der Dosentomaten, die von der gestrigen Pizza übriggeblieben ist. Dahinter lugt ein Crème fraîche-Becher, der schon einmal geöffnet wurde. Das sind die beiden Basiszutaten für meine schnelle Nudelsoße für zwei Personen:

 

Ich stelle ein kleines, schwarzes Töpfchen auf die Herdplatte. Die bevorzuge ich zum Kochen, wegen ihrem schönen Boden, dem schon 1 EL Olivenöl genügt. Während sich das Öl erwärmt, befreie ich eine kleine Knoblauchzehe von ihrer Schale und werfe sie im Ganzen in das Öl. Sie soll nur etwas Geschmack geben. Gleich darauf schütte ich die Tomaten hinein. Also eine halbe Dose Tomaten, geschält und gehackt, wie es so schön aufgedruckt zu lesen ist. Sie werden erst einmal gesalzen und mit einem halben Dutzend Umdrehungen aus der Mühle mit Chili gewürzt. Dazu gebe ich, je nachdem, was mein Kräutergarten mir anbietet, 4-5 kleingehackte Nadeln Rosmarin (ja, wirklich nur Nadeln, nicht ganze Zweige; schließlich soll nur der Geschmack leicht beeinflusst werden) und ca. 1 EL kleingehackte Basilikumblätter.

 

Wenn die Tomaten beginnen zu köcheln, rühre ich 2-3 EL Crème fraîche hinzu. Nach 10 Minuten köcheln nehme ich die Knoblauchzehe heraus und mixe alles mit dem Pürierstab fein. In der Zwischenzeit sind auch die Nudeln gar.

 

Schnell und einfach und lecker!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Farfalle mit Pesto und Bohnen

 

 

 

 

 

 

 

Bevor dieses leckere Gericht serviert werden kann benötigt es einige Vorbereitungen.

 

Zunächst einmal sollte der Pesto in einem gut verschlossenen Glas mindesten drei Tage lang im Kühlschrank durchziehen. Damit sich die Zutaten optimal entfalten können und der Geschmack intensiver wird. Falls ihr den Pesto sofort nach der Zubereitung essen wollt, solltet ihr ihn kräftiger würzen. Das geht auch. Ich bereite ihn zu, wenn ich einen schönen, buschigen Basilikumtopf finde.

 

Zunächst lasse ich 30 g Pinienkerne in einer kleinen Pfanne – ohne Fett! – rösten bis sie sich leicht bräunen. Das gibt den ganz besonderen Geschmack.

 

Für euch habe ich die Basilikumblätter gewogen und war sehr überrascht! Nachdem ich alle brauchbaren Blätter abgezupft, gewaschen und in der Salatschleuder getrocknet hatte, zeigte mir die Waage 40 g Basilikum an. Ich wog sie deshalb, weil es immer eine Lotterie ist, wenn in den Rezepten steht: ein Büschel Basilikumblätter. Bei der Gramm-Angabe habt ihr wenigstens einen präziseren Hinweis, wie die Proportionen am Ende sind.

 

Gut, im Mixer warten also schon die gewaschenen Basilikumblätter auf die weiteren Zutaten. Neben den gerösteten Pinienkernen kommen noch 70 g geriebener Parmesankäse und 200-250ml Olivenöl dazu. Je nachdem, ob ihr es flüssiger oder trockener möchtet. Jetzt wird noch, ganz nach persönlichem Geschmack, gesalzen und gepfeffert. Ich mahle dazu gerne den bunten Pfeffer aus der Mühle.

 

Alles schon pürieren, in ein Glas füllen und im Kühlschrank durchziehen lassen. Ich hatte oben drei Tage angegeben, ich lasse ihn oft bis zu zehn Tagen stehen. Aus meinem Glas hole ich locker 3-4 Portionen Pesto für ein Nudelgericht heraus.

 

Wenn wir darauf Lust haben, dann setze ich einen Topf mit Salzwasser auf. Gerne kommt auch ein Würfel Fleischbrühe ins Nudelwasser. Dann putze ich 150-200 g grüne Bohnen. Die bringen eine ganz besondere Note in dieses Nudelgericht. Sobald das Wasser beginnt zu sieden werfe ich die Bohnen hinein und lasse das Wasser erneut aufkochen. Denn Nudeln, egal welche, werden nur in sprudelnd kochendes Wasser geworfen. In diesem Fall sind es Farfalle, weil der Pesto gerne knackigere Nudeln begleitet, die nicht zu weich gekocht werden sollten. Dafür stelle ich den Timer auf 11 Minuten ein.

 

In der Zwischenzeit hole ich den Pesto aus dem Kühlschrank und verteile ihn auf dem Boden einer großen Schüssel. Nachdem ich die Nudeln und die Bohnen abgeseiht habe gebe ich sie auf den Pesto und rühre kräftig um. Je nach Belieben kann man noch einen Löffel Parmesankäse darüber streuen. Wäre aber nicht unbedingt nötig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pizza Margherita alla Marina

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach einigen Versuchen und Experimenten habe ich mittlerweile mein ganz persönliches Rezept für eine leckere Pizza herausgefunden.

 

Ich gebe 300 g Mehl in eine Schüssel. In 150 g lauwarmen Wasser verrühre ich einen halben Würfel frische Hefe (21 g ca.) und gieße es über das Mehl. Dazu kommen noch 2 EL Olivenöl und 1 EL klein gehackte Basilikumblätter, sowie eine Prise Salz.

 

Diese Zutaten verknete ich kräftig mit dem Knethaken eines Quirls bis der Teig schön glatt geworden ist und sich alleine von der Schüssel abhebt. Je nach Zeit stelle ich ihn in den abgeschlossenen Backofen, ohne jedoch einen Schalter zu betätigen. Manchmal lasse ich ihn überhaupt nicht ruhen. Das stört ihn auch nicht. Er enttäuscht mich nie.

 

Aber meistens lasse ich ihn ein wenig ausruhen, während ich mir eine halbe Dose gehackte Tomaten öffne und leicht erwärme und würze, mit Salz und Chili. Nachdem sie 10 Minuten geköchelt haben, püriere ich die Soße ganz fein. Es mag leichter klingen, aber ich nehme keine fertig passierten Tomaten dazu. Es mag komisch klingen, aber ich fand einen auffälligen Geschmacksunterschied. Deshalb bevorzuge ich, selbst die Tomaten zu pürieren.

 

Erst, wenn ich die Teigschüssel aus dem Backofen nehme, schalte ich ihn auf 220°C ein.

 

Auf ein Backblech lege ich einen Bogen Backpapier. Darauf rolle ich den Teig aus. Lächelt nur, aber meine Pizza schmeckt auch ... rechteckig! J

 

Zuerst verteile ich die pürierten Tomaten darauf, anschließend kommen noch 100 g geriebener Mozzarella darüber.

 

Nach 15 Minuten im Backofen kann die Pizza serviert werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Riesenzimtschnecke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das war eine Show in der Küche! Mein Mann hatte Lust auf „meine“ Pizza. Der Tag schien günstig zu sein. Nachdem ich den Pizzateig so schön und leicht kneten konnte, wollte ich mich gleich noch an einen größeren Hefeteig wagen. Das Rezept hatte ich vor einigen Tagen entdeckt. Es war vielversprechend, wenn auch etwas aufwendig. Aber Herausforderungen sind nun mal meine Lieblinge. Und, der Pizzateig war doch so toll aufgegangen. Also legte ich los. Nicht ohne meine Variationen gleich einzubauen!

 

Es fing schon mal gut an: Wie bitte? Ich brachte nur noch 300 g Mehl auf die Waage. Alle meine Vorratsdosen waren leer und im Schrank fand ich auch nichts mehr! Das passiert mir sehr selten. Ok, ich bin gut im improvisieren, also „kürze“ ich das Rezept auf die 300 g Mehl. Wärme schon mal die Milch und löse in ihr die Hefe auf. Ein weiterer Gang zum Kühlschrank brachte mir jedoch ein noch ernsteres Hindernis: Nirgends waren Eier zu finden. Wer hatte das letzte aus der Schale genommen und sich nicht gerührt? Leider habe ich keine Nachbarn, die ich um ein Ei hätte bitten können. Folglich musste ich doch losfahren und Eier holen. Natürlich nahm ich auch noch ein Päckchen Mehl mit. Und speicherte die Erfahrung für die Zukunft:

 

Hole dir zuerst alle nötigen Zutaten auf die Arbeitsfläche, bevor du loslegst!

 

Aber dann, ging es noch einmal richtig los. Selbstverständlich habe ich das Rezept wieder auf die gewünschten 500 g Mehl gepolt. (Demnach gebe ich jetzt die erforderlich richtige Menge an!) Die 80 g Butter waren mittlerweile von alleine weich geworden. Die 250 ml Milch hatte ich ja schon lauwarm werden lassen und den Würfel frischer Hefe darin aufgelöst. (Diese Vorgehensweise differenzierte sich im angegebenen Rezept, aber ich weiß, wie mir ein Hefeteig am besten gelingt, deshalb bleibe ich bei meiner Version. J) Nachdem die oben genannten Zutaten alle in der Schüssel vereinigt waren, gab ich noch 80 g Zucker und ein Päckchen Vanillezucker dazu, mit einem liebevollen Gedanken an meinen Mann, dem es nie süß genug ist. Das kann man auch eine Prise Liebe nennen. Eine ganz wichtige Zutat, die nie fehlen sollte, egal, ob beim Kochen oder Backen. J

 

Ach ja, und das eine Eigelb kam natürlich auch noch dazu. Genauso wie eine Prise Salz. Jetzt aber ging das Kneten los. Ich nehme dazu die Knethaken eines Quirls. Aber unter 3-4 Minuten geht es trotzdem nicht. Bevor das Küchengerät anfängt, zu stöhnen, „massiere“ ich den mittlerweile schön glatten Teig noch einmal kräftig mit meinen Händen. Das soll Energie vermitteln. Ich gebe sie gerne weiter. Die Schüssel deckte ich nicht zu, sondern stellte sie einfach nur in den geschlossenen Backofen, ohne jedoch irgendeinen Schalter zu betätigen! Dort lasse ich die Teigmasse eine Stunde ruhen.

 

In der Zwischenzeit (räume ich die Küche auf J) holte ich eine kleine Springform (Durchmesser 18 cm) hervor. Noch war ich etwas skeptisch. Ob der Platz wirklich ausreichend war für meinen Hefeteig mit 500 g Mehl? Dennoch fettete ich die Form gut mit Butter ein. Für später mischte ich 30 g Zucker mit eineinhalb TL Zimt.

 

Nach einer Stunde war der Teig wunderbar aufgegangen. Ich holte ihn liebevoll aus der Schüssel, überschüttete ihn erst einmal mit dankbaren Komplimenten, weil er so schön geworden war und legte ihn auf einen Bogen Backpapier. Mit einem bemehlten Nudelholz rollte ich den Teig zu einem Rechteck aus. Gemessen habe ich es nicht. Doch kann ich angeben, dass es ca. 1 cm dick war. Mit 40 g zerlassener Butter bepinselte ich die Oberfläche und streute den vorbereiteten Zimtzucker, so gleichmäßig wie möglich, darüber.

 

Nun kam die eigentliche Herausforderung: Mit einem glatten Messer schnitt ich den Teig in ca. 5 cm breite Streifen. Ich war selbst überrascht, wie gut er sich schneiden ließ. Und jetzt ging es ans Aufrollen! Der erste Streifen war kein Problem. Der wurde auf den zweiten gesetzt und weiter aufgerollt. Beim dritten Streifen gab ich dem Teig schon liebevolle Klapse, damit er nicht aus den Fugen geriet. Am Ende schaffte ich es, alle Streifen ineinander aufgerollt zu haben. Ich nahm mein Wunderwerk schnell in die Hand und kippte es dennoch vorsichtig in die Form. Beinahe zärtlich drückte ich die aufschwellenden Stränge nach unten, bis sie die Form ausfüllten. Denn, ich wusste, dass sie weiter aufgehen wollten. 15 Minuten stellte ich noch einmal die Uhr ein. Dieses Mal deckte ich die Form kurz mit einem Geschirrtuch zu. Der Backofen sollte sich ja auf 200°C (oder 180°C Umluft)  aufheizen.

 

Wie ich es mir gedacht hatte, ging der Teig noch einmal ordentlich auf, blieb aber ganz anständig in der Form. Ich stellte sie in den vorgeheizten Ofen. Wie eine besorgte Mutter hielt ich mich in der Nähe auf. Schließlich gibt es immer etwas zu tun in der Küche, oder ich lese etwas. Auf jeden Fall beobachtete ich fürsorglich meine Zimtschnecke wie sie immer riesiger wurde. Bevor sie die obere Decke des Backofens erreichte, deckte ich sie nach 20 Minuten Backzeit, also ungefähr der Hälfte, mit einem Bogen Backpapier ab. Das rate ich ohnehin, damit das gute Stück nicht zu dunkel wird. Nach weiteren 20 Minuten  war es überhaupt nicht einfach, eine „Stichprobe“ mit dem berühmten Zahnstocher zu machen. Die „Schnecke“ war weit doppelt so hoch als das kleine Stückchen Holz.

 

Also raus mit ihr. Natürlich wird sie kaum noch „einfallen“ oder irgendwie kleiner werden. Sie war beinahe drei Mal so hoch wie der Rand der Springform. Nachdem sie ein wenig abgekühlt war, befreite ich sie aus der Form.

 

In der Zwischenzeit hatte ich den süßen Guss vorbereitet: 100 g Puderzucker mit dem Saft einer Biozitrone und 1 EL Wasser verrühren und zig-zag-artig über die Riesenschnecke gießen.

 

So lecker wie es duftet, bitte wartet mit dem essen bis der Zuckerguss trocken ist. Somit vermeidet ihr, dass der Guss nach innen fließt.

 

 

 

P.S.: Meinem Mann war die Schnecke nicht süß genug. Er will sie das nächste Mal mit viel Rosinen drin! Das ist doch eine konstruktive Kritik, die ich gerne annehme und ausführen werde Und vielleicht mache ich dann viele „normal große“ Schnecken, anstatt nur einer?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hähnchenbrust in Rotweinsoße

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieses Gericht habe ich mir ganz individuell zusammengestellt.

Ich hatte 400 g Hähnchenbrust gekauft und legte nun los, einiges zu verarbeiten, was gerade in der Küche aufgebraucht werden sollte.

 

Zunächst schnitt ich das Hühnerfleisch in mundgerechte Stücke. Damit meine ich eine Größe, die man bequem mit einer Gabel erfassen kann, ohne das Messer benutzen zu müssen.

 

Zwei Stangen Frühlingszwiebel schnitt ich in feine Ringe und eine Karotte würfelte ich klein und dünstete beides in 2-3 EL Olivenöl an. Sobald das Gemüse glasig wurde gab ich die Fleischstücke dazu, überstäubte sie mit Mehl und ließ sie schnell anbraten. Dabei würzte ich sie mit Salz und buntem Pfeffer aus der Mühle.

 

Schon nach wenigen Minuten goss ich ein Glas Rotwein darüber. Ich hatte den Rest in einer Flasche entdeckt, die schon (für mich) einen Tag zu lange geöffnet gewesen war. Eine Flasche Rotwein trinke ich gerne ein, zwei Tage lang, aber nicht länger. Denn er wird intensiver, daher ganz gut zum Kochen, aber mir persönlich, zu stark zum Trinken.

 

Genau deshalb wollte ich meine Erfahrung vom „Coq au vin“ nutzen und den Wein mit 1 EL Tomatenmark mildern. Sobald der Alkohol verflogen war streute ich je 1 EL klein gehackten Salbei und Petersilie darüber und goss noch ein Glas warme (besser noch heiße) Fleischbrühe dazu. Das ganze ließ ich 15 Minuten bei schwacher Hitze köcheln.

 

Sobald das Gericht etwas abgekühlt war, stellte ich den Topf in den Kühlschrank. Die Gewürze können schön durchziehen und der Geschmack intensiviert sich ebenfalls.

 

Am nächsten, oder wie in meinem Fall, zwei Tage später, gab es ein schnelles Mittagessen. Ich brauchte nur noch den Kartoffelbrei zubereiten und einen knackigen Salat anmachen. Und natürlich, eine neue Flasche Rotwein öffnen!

 

 

 

 

 

 

 

 

Karottenkuchen

 

 

 

 

 

 

 

Es waren wieder einmal Karotten im Angebot. Doch ein Kilo würde zu lange bei mir aushalten müssen, bevor ich es aufbrauchen kann. Also holte ich lieber mein Kuchenrezept hervor und legte los.

 

Natürlich stelle ich erst einmal die Backröhre auf 180°C, damit sie sich gut vorheizen kann.

 

400 g Karotten (oder Möhren, wie es euch gefällt) reibe ich mit einem Gemüsemesser sorgfältig ab, ohne sie abzuwaschen. Somit vermeide ich, das Gemüse mit Wasser anzureichern und wieder abtropfen zu müssen. Dann schneide ich die Karotten in kleinere Stücke und gebe sie in den Mixer. Ich habe sie gerne sehr fein zum Backen, nicht nur grob geraspelt.

 

Anschließend reibe ich die Schale einer großen Orange ab. Natürlich sollte die Frucht unbehandelt sein. (Wer möchte, kann auch ein paar feine Streifchen von der Schale schneiden und sie später zur Deko verwenden.)

 

In einer Schüssel rühre ich 100 g weiche Butter  mit 150 g Zucker bis sie geschmeidig werden. Dann gebe ich die abgeriebene Orangenschale dazu und 1 Teelöffel Zimt und rühre weiter. Danach werden, eines nach dem anderen, drei Eier unter die Teigmasse gerührt. Langsam wird der Teig immer geschmeidiger bis beinahe flüssig. Es ist also an der Zeit, 100 g gemahlene Mandeln, 100 g Mehl  und 1 Teelöffel Backpulver  hinein zu rühren. Das war’s auch schon.

 

Meine Kuchenform, die ich am liebsten verwende, hat 22 cm Durchmesser. Sie wird mit etwas Butter eingefettet und anschließend noch mit Mehl bestäubt. Dadurch lässt sich später der erkaltete Kuchen besser aus der Form nehmen. Doch erst einmal muss der Teig in die Kuchenform und natürlich in den vorgeheizten Backofen. 35-40 Minuten genügen.

 

Selbstverständlich mache ich die „Zahnstocherprobe“ bevor ich ihn endgültig aus dem Ofen nehme. Bleibt der Zahnstocher trocken und sauber, ist der Kuchen fertig. Glänzt das kleine Hölzchen oder klebt gar noch etwas Teig an ihm, dann braucht der Kuchen noch ein wenig. Das bekommt man mit der Zeit sehr gut selbst heraus.

 

Sobald der Karottenkuchen ein wenig abgekühlt ist und ihr ihn aus der Form gebracht habt, wird er mit etwas Puderzucker bestäubt. Man kann ihn gerne auch lauwarm als Dessert servieren. Vielleicht mit einem fruchtigen Glas Weißwein... Bei uns gab es einen gut gekühlten Bacchus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kürbis-Kartoffel-Suppe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ist noch sehr kalt. Die Sonne will uns tagsüber vortäuschen, dass der Frühling in den Startlöchern steht. Doch der kalte, schneebedeckte Boden sieht das anders. Die Nachtfröste und die kalte Abendluft laden uns weiterhin ein, zum Abendessen etwas heißes zu essen, wenn möglich flüssig, damit es kuschelig die Speiseröhre hinunterrutscht und uns wohlig den Magen wärmt.

 

Deshalb habe ich immer gerne eine gute Suppe im Gefrierschrank. Suppen sind ohnehin viel geschmackvoller, wenn man größere Portionen kocht. Es ist so angenehm, abends nach Hause zu kommen, zu müde zum Kochen zu sein und dann eine leckere Suppe auftauen zu können.

 

Die Farbe Orange soll uns aufheitern, weil wir sie mit der Sonne assoziieren. Sie bringt Licht und Wärme in unseren Geist. Weiterhin soll sie unsere kreative Seite fördern und Lebensfreude vermitteln.

 

Wer es schon einmal versucht hat, der weiß, wie viel Kraft man in den Händen braucht, um einem Hokkaido-Kürbis seine Schale abzunehmen. Deshalb freute ich mich umso mehr, als ich neulich bei Edeka (habe keine Angst vor Schleichwerbung J ) schon geschnittenes Kürbisfleisch, wunderbar vakuumverpackt, entdeckt habe. Die 400g-Packung schreckte mich nicht zurück, im Gegenteil, ein großer Topf und los geht es mit meiner Kürbis-Kartoffel-Suppe.

 

Da ich mir die Arbeit mit dem Kürbis ersparen kann, weil ich ja die netten, schon geschnittenen 400 g Kürbiswürfel habe, deshalb gebe ich diesem Rezept gleich die ca. 400 g geschälten Kartoffelwürfel dazu. Es muss ja nicht immer genau auf ein Gramm abgestimmt sein. Ich benötige noch 100 g Schalotten, die ich ohnehin im Mixer zerkleinere.

 

In einem größeren Topf zerlasse ich gut 50 g Butter und gebe die Schalotten dazu bis sie glasig werden. Dann kommen die beiden Gemüsesorten in den Topf und dürfen auch erst einmal etwas mitdünsten. Nach wenigen Minuten gieße ich alles mit 1,5 l Gemüsebrühe auf. Deckel zu, Hitze auf das Minimum reduzieren und ca. eine halbe Stunde köcheln lassen.

 

Wenn ihr die Suppe sofort essen wollt, dann wird sie eben heiß püriert. Wobei dies natürlich auch Geschmacksache ist. Manche mögen gerne die Stücke in der Suppe. Ich bevorzuge sie leicht püriert. Sobald die Suppe erkaltet ist, wird sie dann portionsweise eingefroren...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pasta mit Spinat

 

 

 

 

 

 

 

Ich schreibe Pasta, da es die wörtliche Übersetzung und hier übliche, allgemeine Bezeichnung für italienische Nudeln ist. Denn, speziell nehme ich zu diesem Gemüse gerne Fusilli, je nach Hersteller werden sie auch Eliche genannt. Auf jeden Fall sollte die Nudelsorte etwas weicher ausfallen als Penne oder Rigatoni, damit sie den Geschmack des Gemüses besser aufnimmt.

 

Meine Rezepte sind immer für zwei Personen, das kann man besser personalisieren...

 

Zuerst stelle ich einen Topf mit Wasser auf. Natürlich salze ich das Nudelwasser, jedoch nicht zu viel. Meist genügt mir schon ein Würfel Fleischbrühe auf einen guten Liter Wasser. Bis das Wasser sprudelnd kocht, setze ich den Spinat auf.

In einen schwarzen Topf, bei dem kaum etwas anbrennt, gebe ich 50 g Butter und 200 g gefrorenen Spinat. Sobald sich die Butter bewegt, nehme ich die Hitze zur Hälfte zurück. Wenn der Spinat aufgetaut ist, würze ich mit feinem Himalaya-Salz, buntem Pfeffer aus der Mühle und rasple eine schöne Portion Muskatnuss darüber. Nachdem ich den Spinat ein paar Mal kräftig umgerührt habe, damit die Gewürze sich gut verteilen, gebe ich 2 EL Crème fraîche dazu und rühre noch einmal tüchtig um. Dann schalte ich die Hitze aus und lasse den Spinat durchziehen bis die Nudeln fertig sind.

 

In der Zwischenzeit wird das Wasser schon sprudeln. Pro Person gebe ich 80-100 g Fusilli hinein und lasse sie 9-10 Minuten kochen. Sobald sie gar sind, seihe ich sie ab, damit alles Wasser aus ihnen rausgeht. Die Nudeln sollen ja den Geschmack des Gemüses annehmen und der soll sich nicht „verwässern“. Deshalb heißt ein Nudelgericht allgemein auf Italienisch: Pasta asciutta, wörtlich übersetzt: trockene Nudeln.

 

Also, schön die Nudeln ausschütteln bevor sie mit dem Spinat und noch gut 50 g geriebenem Parmesankäse  vermischt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich liebe Venusmuscheln!

 

 

 

 

 

Es kommt hier in Deutschland nicht oft vor, dass ich Venusmuscheln kaufen kann. Aber wenn ich sie entdecke, dann gibt es ein köstliches Essen!

 

 

 

Für zwei Portionen nehme ich ca. 700 g Venusmuscheln. Egal, wie sie verpackt sind, ich „dusche“ sie noch einmal mit kaltem Wasser und lasse sie im Seiher abtropfen.

 

Inzwischen stelle ich das Nudelwasser auf die Herdplatte und salze es etwas stärker als gewöhnlich. Bis es zum Kochen kommt, gebe ich in eine große Pfanne mit etwas höheren Wänden ca. 5 Esslöffel Olivenöl,  dazu schneide ich 1 großen, geschälten Knoblauchzehe einmal durch und lege in so ins Öl, dass die aufgeschnittenen Flächen darin untertauchen. Das gibt mehr Geschmack. Nun würde man, dem traditionellen Rezept nach, beliebig Chili darüber mahlen, oder sogar ein Glas Weißwein darüber gießen. Ich bevorzuge jedoch die leichtere Version und reibe die Schale einer unbehandelten Zitrone darüber. Diesen Tipp hatte ich von meiner ehemaligen Nachbarin in Bari bekommen und sehr gerne beibehalten.

 

Jetzt erst schalte ich die höchste Hitze ein und gebe die Venusmuscheln in die Pfanne. Mit einem Glasdeckel schließe ich sie zu. Denn jetzt beginnt die „Show“. Nach wenigen Minuten, sobald das Öl heiß wird, beginnen die Muscheln sich zu öffnen. Ich mag dieses Spektakel. Deshalb auch der Glasdeckel. Dadurch kann man wunderbar sehen, wann alle Muscheln offen sind. Dabei vergehen nur wenige Minuten. Das geht alles ziemlich schnell.

 

Sobald ich den Deckel auf die Pfanne gebe, kontrolliere ich das Nudelwasser. Es wäre sehr sinnvoll, wenn es jetzt kochen würde und man die Spaghetti einwerfen könnte. Ich liebe diese Nudelsorte und nehme gerne für zwei Portionen 200 g Spaghetti  und manchmal auch ein paar mehr. Auf jeden Fall koche ich sie nicht länger als 9 Minuten!

 

Die Venusmuscheln sind viel früher offen. Da ich meinen Mann liebe und wir beide gerne warme Spaghetti essen, beginne ich schon mal, das Muschelfleisch aus dem offenen Gehäuse zu ziehen. Das ist vielleicht die langwierigste Arbeit bei diesem blitzschnellen Rezept. Man kann die Muscheln auch auf die Spaghetti geben und es dann jedem selbst überlassen, sich das Muskelfleisch herauszupicken, aber dadurch wird das leckere Gericht kalt. Deshalb mache ich das noch in der Pfanne, wobei ich aber die Hitze ausschalte. Und, bitte, nehmt auch den Knoblauch mit heraus. Darauf sollte niemand beißen!

 

Sollte irgendeine Muschel sich nicht geöffnet haben,

 

dann forciert sie bitte nicht!

 

Sie ist verdorben und giftig

 

und würde euch das gesamte Essen verderben!

 

Einfach entsorgen!

 

Bevor ich die Spaghetti abseihe und anschließend auf die Venusmuscheln schütte, überhäufe ich das Muskelfleisch noch mit ein, zwei Esslöffel Petersilie oder gemischten Kräutern, je nachdem, was ich zur Verfügung habe.

 

Jetzt können die Spaghetti, noch in der Pfanne, schön mit dem Muskelfleisch vermischt werden, bevor sie auf die Teller kommen. Dadurch bleiben sie auch etwas länger heiß...

 

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Was haben Diamanten mit Vanillekipferl gemeinsam?

 

 

 

 

 

Vanillekipferl sind der absolute Weihnachtsklassiker. Sie dürfen auf keinem Teller fehlen. So, wie der Diamantring den absoluten Klassiker unter den Verlobungsringen darstellt. Doch es gibt noch eine viel größere Gemeinsamkeit, die euch überraschen wird, oder vielleicht auch schmunzeln.

 

Erst einmal brauchen wir dazu passenden Plätzchenteig. Dazu werden viele ihr eigenes Rezept schon haben, deshalb zähle ich hier schnell „meine“ Zutaten auf. Es gibt doch immer wieder neue, junge Hobbybäcker, an die ich mich gerne wende:

 

250 g Mehl, 65 g Puderzucker, 200 g gemahlene Mandeln, 200 g Butter, 1 Päckchen Bourbon-Vanillezucker und 1 Prise Salz werden schnell und kräftig zu einem glatten Teig geknetet.

 

Der Backofen wird auf 160°C vorgeheizt und das Backblech wird wieder mit einem passenden Backpapier belegt. Und nun kommen wir zur eigentlichen Charakteristik, die süße, weiche Vanillekipferl mit den harten Diamanten verbindet.

 

Beide benötigen die ideale Temperatur und die richtigen Druckverhältnisse, damit sie überhaupt entstehen können. Die Edelsteine müssen darauf lange und tief im Erdinneren warten. Bei uns HobbybäckerInnen sind die Hände ausschlaggebend. Sie dürfen nicht zu kalt sein und sollen auch nicht zittern. Der Teig darf zwischen den Fingern nicht zerdrückt, sondern muss, eben mit den perfekten Druckverhältnissen, zwischen den Handflächen gerollt werden. Nicht zu schwach und nicht zu stark, immer gleichmäßig, damit das Teigbällchen zu den gewünschte Hörnchen geformt werden kann.

 

Viele von euch kennen das Rezept und kennen auch die Form. Dennoch, besonders die ersten Vanillekipferl sind immer die schwierigsten. Es fehlt noch an Übung. Die Proportionen entsprechen noch nicht der Idealvorstellung. Man muss sich erst wieder einstimmen.

 

Also werden sie auf dem Backpapier noch einmal liebevoll gestreichelt, um dabei, natürlich ganz unbewusst, noch einmal die ersehnte Hörnchenform zu korrigieren. Schließlich sollen es kleine Kipferl werden, wie der Name es vorgibt, und keine missratenen Hufeisen. Manche benutzen die vorgeformten Backbleche. Ich habe sie noch nicht ausprobiert. Bei Plätzchen und insbesondere bei Weihnachtsplätzchen sollte es gemütlich und kreativ zugehen. Geduld ist gefragt und die Zeit darf nur für den Backofen gemessen werden. Da genügen bei 160°C  12 Minuten.

 

Auf dem zweiten Blech sieht es schon besser aus. Die Hände kommen in den nötigen Rhythmus, das Druckverhältnis stimmt langsam. Die kleinen süßen Hörnchen werden schlanker, ihr „Bauch“ ist nicht mehr zu aufdringlich. Beim dritten Blech wird man eigentlich ein wenig traurig, weil der Spaß gleich vorbei ist. Das erste Teigquantum ist aufgebraucht. Gerade jetzt, wo man sich wieder damit vertraut hat.

 

Das erste Blech ist schon längst aus dem Ofen. Ich wälze die Vanillekipferl nicht im Puderzucker, sondern bestreue sie nur, damit sie nicht zu übersüß werden. Schließlich isst man sie gerne in Begleitung einer heißen Tasse Schokolade oder einer würzigen Tasse Tee. Ich habe gerade einen tollen Grünen Tee mit Orange und Ingwer entdeckt, in den ich auch noch eine halbe Stange Zimt eintauche.

 

 

 

 

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Wie man Eiweiße gut verarbeiten kann

 

Beim Kochen und Backen kann es vorkommen, dass man nur das „Gelbe vom Ei“ verwendet. Viele werfen das restliche Eiweiß sofort in den Abfluss, andere heben es erst einmal im Kühlschrank auf. Zwei bis drei Tage kann man sich ja überlegen, wie man es noch verwenden könnte.

 

 

Ich habe dazu gleich zwei Vorschläge:

 

 

 

EINE SUPERSTRAFFENDE FEUCHTIGKEITSMASKE UND LECKERE NUSSMAKRONEN

 

 

 

Wenn ihr nur ein Eiweiß habt, rührt es mit dem Fruchtfleisch von einer halben, sehr reifen, Avocado und einem TL Zitronensaft an. Am besten in einem Mixer, damit es schön cremig wird.

 

Dieses Püree ergibt eine wunderbar straffende Feuchtigkeitsmaske.

 

Bevor ihr die grüne Maske auf euer Gesicht verteilt wäre ein Peeling ideal. Je nach Konsistenz trage ich dann die Maske entweder mit einem Pinsel oder auch mit den Fingerspitzen auf.

 

Schon nach fünf Minuten spürt ihr die Spannung auf den Wangen. Die kommt vom Eiweiß. Die Zitrone schließt eure Poren und liefert reichlich Antioxidantien, die euch helfen, so ziemlich alle schädlichen Einflüsse aus der heutigen Umwelt abzufangen. Aber erst nach 15 Minuten wird die Maske wieder mit lauwarmem Wasser abgewaschen. Dann erst spürt ihr die wunderbare, pralle Feuchtigkeit, die von der Avocado hinterlassen wird, zusammen mit zusätzlichem, wertvollem Vitamin C.

 

Am besten bei zunehmendem Mond aufgetragen, dann wirkt sie noch intensiver.

 

 

 

 

Ab zwei Eiweißen habe ich ein tolles Grundrezept für ein Blech voller leckerer Nussmakronen

 

Das Originalrezept dieser Makronen kommt aus Italien, genauer gesagt: aus dem Piemont, weil sie ursprünglich mit gehackten Nüssen zubereitet werden.

 

Brutti ma buoni werden diese Leckereien genannt, das bedeutet wörtlich Hässlich aber gut. So unschön sehen sie eigentlich gar nicht aus. Ich bin ohnehin keine besondere Perfektionistin, was die kulinarische Inszenierung angeht. Es stimmt schon, dass das Auge mitessen will, aber der Geschmack spielt hier doch eigentlich die ganz große Rolle.

 

Ihr seht schon, ich lade nicht einfach ein Rezept hier auf, ich erzähle es lieber.

 

Also, für diese leckeren Plätzchen werden 2 Eiweiße erst einmal sehr steif geschlagen. Vorsichtig werden 100 g feiner Zucker und 100 g gehackte Haselnüsse und ½ Päckchen Vanillezucker (bitte nur Bourbon-Vanille verwenden!) untergemischt.

 

Schon hier gibt es weitere, nützliche Varianten: Ich verarbeite gerne mit diesem Rezept liegengebliebene Reste. Die gibt es auch oft nach dem Backen. Hier mal eine offene Packung gemahlener Nüsse oder dort noch ein paar Löffel gemahlene oder gehackte Mandeln. Spielt alles keine Rolle. Auf zwei Eiweiße könnt ihr gerne 100 g zusammenschütten. Hauptsache es sind Mandeln oder/und Nüsse. Schließlich müssen die Makronen ja nicht immer den gleichen Geschmack haben. Nachdem ich einige Rezepte ausprobiert habe, wurden diese Maße zu meinem Grundrezept, das ich, je nach Eiweißen, wunderbar variieren kann. Es bleibt angenehm, aber nicht zu süß und lässt auch den Nüssen oder/und Mandeln ausreichend Platz, um ihr Aroma delikat zu verbreiten.

 

Nachdem die Masse Konsistenz angenommen hat wird sie in einen kleinen Topf umgeschüttet. Am besten ein praktischer Stieltopf. Bei mittlerer Hitze und unter häufigem Rühren mit einem Kochlöffel wird dieser Teig erhitzt bis er zu glitzern beginnt. Dabei stets darauf achten, dass der Teig nicht anliegt. Hier ist es wichtig, sich ein wenig Zeit zu nehmen und geduldig immer wieder umzurühren. Deshalb benutze ich hierzu einen dieser schönen schwarzen Töpfe, deren Boden mir hilft, das unschöne Ankleben zu verhindern.

 

Zwischen einer „Rührrunde“ und der anderen könnt ihr schon einmal den Backofen auf 160°C vorheizen und ein Backblech mit einem entsprechenden Bogen Backpapier vorbereiten.

 

Meist steht zwar auf den Verpackungen „zugeschnitten“, doch ich muss ständig einen Streifen abschneiden. Vielleicht ist mein Blech kleiner? Jedenfalls kommt mir der übrig gebliebene Streifen zugute, weil ich ihn in die Blechdose lege, in der ich die Makronen anschließend aufbewahre. Diese schönen Dosen, die man mit allen möglichen Dekorationen heute findet, sind immer noch der beste Aufbewahrungsort für Plätzchen.

 

Doch vorher sollten wir sie ja zuerst einmal backen. 

 

Nachdem der Teig im Topf etwas abgekühlt ist, nehmt ihr immer nur einen Teelöffel voll und setzt diese Portiönchen auf das Blech. Am geeignetsten sind hübsche Häufchen, aber sie wollen ja nur gut schmecken und sind keineswegs narzisstisch. Wichtig ist ein wenig Abstand, denn die Häufchen gehen gerne etwas auseinander. Nach 12 Minuten könnt ihr schon nachschauen, wie weit sich die kleinen Teighäufchen erhoben oder verbreitet haben und ob sie langsam eine leckere, nussig braune Farbe bekommen. Manchmal benötigen sie bis zu 15 Minuten. Auch der Backofen scheint seine Tagesform zu haben.

 

In die Dose lege ich sie jedoch erst, wenn sie gut ausgekühlt sind. Die Zubereitung geht relativ schnell und verlangt nur etwas Fingerspitzengefühl beim Aufkochen des Teiges. Nüsse und Mandeln können das ganze Jahr über verarbeitet werden. Wer in der Adventszeit ein paar weihnachtliche Gewürze hinzufügen will, kann gerne mit Zimt, Kardamom & Co. experimentieren.

 

 

 

Variieren und Improvisieren ist meine oberste Devise in der Küche!

 

 

 

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Meine ganz persönliche

 

Interpretation

 

des traditionellen

 

Weihnachtsstollen

 

 

 

 

Heute beginnt die offizielle Vorweihnachtszeit. Deshalb habe ich mir gedacht, meinen neu gestalteten Genussblog mit einem passenden Rezept einzuweihen.

Ich habe keine großen Schwierigkeiten mit Hefeteigen, aber den Weihnachtsstollen in seine traditionelle Form zu bekommen, das gelang mir sehr selten. Also habe ich mir etwas anderes ausgedacht:

 

 

Praktisches STOLLENGEBÄCK in Häppchenportionen

 

 

 

Die Zutaten sind auch nicht unbedingt streng nach der Tradition, da ich gerne improvisiere. Hauptsache, das Resultat wird lecker!

 

 

 

Für das Stollengebäck weiche ich erst einmal in einer kleinen Schüssel 120 g Sultaninen mit 2 EL Rum und 4 EL Amarettolikör auf. Dazu kommt die abgeriebene Schale einer Zitrone und einer Orange. (Gerne könnt ihr auch Orangeat und Zitronat verwenden, dann bitte klein hacken. Wir, mein Mann und ich, mögen den Geschmack, aber nicht die Stückchen. Deshalb benutze ich die abgeriebene Schale der Zitrusfrüchte. J) Und ich gebe noch 50 g gehackte Mandeln dazu. Das ganze wird schön vermischt und kann durchziehen bis der Teig geknetet ist.

 

Doch zuerst erwärme ich 100 ml Milch und verrühre darin einen halben Würfel frischer Hefe. Bitte aufpassen, dass die Milch nicht zu stark erhitzt wird.

 

In eine große Schüssel gebe ich 250 g Mehl, 1 TL Zucker, 1 Eigelb, ½ TL Salz, 1 gestrichenen TL Zimt, 100 g Butter in kleinen Portiönchen, egal ob Würfel oder Scheibchen, 1 Päckchen Bourbon-Vanillezucker und die warme Milch mit der Hefe. Alles zusammen knete ich mit den entsprechenden Knethaken des Rührgerätes mindestens fünf bis acht Minuten. Bis der Teig eine glatte Konsistenz aufweist und sich fast von alleine vom Schüsselboden absetzt. Dann mische ich den Sultaninen-Mix unter und knete noch gerne drei Minuten kräftig durch. Auf diese Weise können sich die Aromen besser im Teig verbreiten.

 

Damit er in der Schüssel gut aufgehen kann, decke ich ihn mit einem Küchentuch ab und bringe ihn an einen ruhigen Ort. Das mag komisch klingen, aber ein Hefeteig mag keine Zugluft und keine Hektik um sich. Ich stelle ihn in den (nicht eingeschalteten) Backofen. Dort kann er bis zu zwei Stunden ruhen.

 

Sobald ihr den Teig aus dem Backofen genommen habt, wird dieser auf 200°C eingeschaltet. Ich nehme mir zuerst eine Hälfte des Teiges aus der Schüssel und rolle sie zu einem Rechteck mit ca. 1 cm Dichte auf. Damit es sauberer und einfacher geht benutze ich einen Gefrierbeutel, schneide die beiden Seiten auf und lege den Teig zwischen die beiden Folien. Da lässt er sich wunderbar bearbeiten. Das große Rechteck schneide ich in ca. 3 cm breite Streifen, die ich so alle 5 cm abschneide. Natürlich zählt das Augenmaß. Das Messer tauche ich vor jedem Ausschnitt in Mehl, dann lässt es sich leichter arbeiten.

 

Die kleinen Häppchen werden auf ein mit Backpapier belegtes Backblech gelegt. Im vorgeheizten Backofen sind sie in 12 bis 15 Minuten goldbraun gebacken.

 

In der Zwischenzeit schmelze ich 60 g Butter. Damit wird das noch warme Gebäck bepinselt, sobald es aus dem Ofen kommt. Anschließend darf natürlich eine schöne Schicht Puderzucker nicht fehlen. Wie viel ihr davon aufstreuen wollt, überlasse ich gerne euren Vorlieben.

 

Dieses Gebäck ähnelt dem Stollen sehr. So entfaltet es auch erst nach ein paar Tagen sein ganzes Aroma. Dafür hält es auch etwas länger, wenn ihr es in schönen Blechdosen aufbewahrt.

 

 

 

 

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